Unterfinanzierung

Rettungsdienste schlagen wegen Geldnot Alarm

Ein Rettungswagen der Berufsrettung Wien fährt mit Blaulicht durch die Stadt.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Die Wiener Rettungsorganisationen warnen vor einer drohenden Unterfinanzierung ihrer Leistungen. Bereits seit Jahren seien die Leistungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) nicht mehr kostendeckend, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme.
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Die seit Herbst laufenden Verhandlungen würden sich zudem wie schon in den Jahren davor zäh gestalten. Die nun angebotene Erhöhung von 1,5 Prozent liege weit unter der Inflation und decke die Teuerung nicht ab.

Zu schaffen macht den Rettungsorganisationen die "Preisexplosion" etwa bei Sprit, Medikamenten und Medizinprodukten. Dazu kämen notwendige Gehaltserhöhungen beim Personal, so Berufsrettung, Samariterbund, Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser und Sozialmedizinischer Dienst. Für das laufende Jahr 2026 will die ÖGK die Tarife in allen Bundesländern im gleichen Ausmaß erhöhen. Bei der bisher letzten Verhandlungsrunde am 3. Juni wurden 1,5 Prozent angeboten. Ein neuer Verhandlungstermin sei bisher nicht in Sicht.

Das alles geschehe vor dem Hintergrund, dass der Kassentarif schon seit mehreren Jahren nicht kostendeckend sei, beklagen die Rettungsdienste. Ein Teil der übrigen Kosten werde im Fall der Berufsrettung Wien über die Stadt durch Steuergeld gedeckt, bei den privaten Organisationen durch Spenden sowie den persönlichen Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heißt es.

Sorge um Qualität

Bleibe die ÖGK bei ihrem bisherigen Angebot, sehen die Wiener Rettungsorganisationen "die dringende Gefahr, dass der bisherige Leistungsumfang in der hohen Qualität" nicht mehr angeboten werden kann. Für die rettungsdienstliche Versorgung bedeute dies, dass es bei niedrigpriorisierten Einsätzen - also weniger dringlichen Notfällen, bei denen keine akute Lebensbedrohung besteht - zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Die Wiener Rettungsorganisationen richten daher einen "eindringlichen Appell" an die ÖGK und fordern die Kasse auf, die Verhandlungen rasch weiterzuführen. Die Notfallversorgung sei ein wesentlicher Teil der Gesundheitsversorgung und rette Leben. "Eine faire Abgeltung der Kosten ist dringend geboten."

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