Hitze-Streit
Tierschützer fordern Fahrstopp für Fiaker
Angesichts der für das Wochenende angekündigten Extremtemperaturen verschärft sich die Debatte um Fiakerfahrten in Wien erneut. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) fordert einen konsequenten Fahrstopp für Kutschen bei großer Hitze und appelliert an die Fiakerbetriebe, an Hitzetagen gar nicht erst auszurücken.
Konkret verlangt der VGT eine sogenannte "Hitzefrei-Regelung ab 30 Grad" sowie zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Schattenplätze an allen Standplätzen. Die derzeit in Wien geltende Regelung, die einen Fahrstopp erst ab 35 Grad vorsieht, sei aus Sicht der Tierschützer unzureichend und in der Praxis kaum wirksam.
Kritik übt der Verein insbesondere daran, dass die Temperaturmessung im Schatten erfolgt. In der Realität könnten in der Innenstadt deutlich höhere Werte entstehen, laut VGT bis zu rund 38 Grad Lufttemperatur, während sich der Straßenbelag auf bis zu etwa 50 Grad aufheize. Diese Bedingungen würden für die eingesetzten Pferde eine massive Belastung darstellen.
Besonders problematisch sei laut Tierschützern zudem die sogenannte "Heimfahrt" der Fiakerpferde: Wenn die 35-Grad-Grenze während des Einsatzes überschritten wird, müssen die Tiere oft noch während der größten Hitze durch den dichten Stadtverkehr zurück in den Stall gebracht werden. Das könne eine bis zu einstündige Fahrt unter Extrembedingungen bedeuten.
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Der VGT spricht in diesem Zusammenhang von einem "Irrsinn" und sieht dringenden Handlungsbedarf. "Es ist nicht vertretbar, dass Pferde an extremen Hitzetagen überhaupt in die Stadt fahren müssen, wenn bereits absehbar ist, dass die Hitzefrei-Grenze erreicht wird", so die Kritik.
Der Verein verweist zudem auf internationale Beispiele: In Städten wie Berlin oder Brügge gibt es laut VGT bereits ein Hitzefrei ab 30 Grad, in Rom Fahrverbote während der heißesten Stunden und in Prag sowie Brüssel wurden Pferdekutschen teilweise vollständig verboten.
Unterstützt wird die Forderung nach strengeren Regeln auch durch eine Petition mit rund 65.000 Unterschriften. Die Diskussion über den Umgang mit Fiakerpferden in Zeiten zunehmender Hitzewellen dürfte damit erneut an Fahrt gewinnen.
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