Erdwärme

Geothermie in Wien sorgt für Überraschung

Wasserstrahl spritzt aus einem Rohr auf einer Tiefengeothermie-Anlage in Wien, Aspern.
© 2026 Wien Energie GmbH
OMV und Wien Energie melden höhere Temperaturen und mehr Leistung als erwartet – 25.000 Haushalte sollen künftig versorgt werden.
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Das Geothermie-Projekt von OMV und Wien Energie in Wien-Aspern wird mehr Wärme liefern als ursprünglich gedacht. Die im Herbst 2025 begonnenen Fördertests seien besser ausgefallen als erwartet, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit. Die Anlage soll künftig 25.000 statt der bisher geplanten 20.000 Wiener Haushalte mit Fernwärme versorgen.

Bei den sogenannten Looptests wurde seit vergangenem Herbst erstmals Formationswasser aus rund 3.000 Metern Tiefe an die Oberfläche gefördert und in einem geschlossenen Kreislauf wieder in den Gesteinsuntergrund, das Aderklaaer Konglomerat, zurückgeleitet. Dabei wurden Temperaturen von 104 Grad Celsius gemessen, erwartet hatten die Projektpartner im Vorfeld lediglich 100 Grad. Aufgrund der ebenfalls vielversprechenden Durchflussmenge gehen OMV und Wien Energie nun von einer thermischen Leistung von 25 Megawatt anstelle der prognostizierten 20 Megawatt aus.

90 Mio. Euro Investitionsvolumen

Luftbild der Tiefengeothermie-Anlage in Wien Aspern mit großen Wasserbecken und Industrieanlagen.
Die Tiefengeothermie-Anlage in Wien, Aspern © 2026 Wien Energie GmbH

Das geplante Investitionsvolumen für den Standort in der Seestadtstraße beträgt rund 90 Mio. Euro. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der Umweltförderung des Klimaschutzministeriums, durch den Klima- und Energiefonds sowie die Europäische Investitionsbank. Die der Testphase vorangegangenen Tiefenbohrungen waren bereits im Juli 2025 abgeschlossen worden. Die Anlage in Aspern ist das Pilotprojekt des von OMV und Wien Energie gegründeten Joint Ventures "deeep".

In den kommenden Monaten starten die Detailplanung und die Ausschreibungen für die Komponenten der Obertage-Anlage, in der dem Wasser künftig über Wärmetauscher die Energie entzogen wird. Die Errichtung des Anlagen-Gebäudes ist ab Anfang 2027 vorgesehen, mit der Inbetriebnahme rechnen die Unternehmen aufgrund von behördlichen Verfahrens- und Lieferzeiten Anfang 2029. Langfristig wollen die Partner in Wien bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt errichten, um umgerechnet 200.000 Haushalte mit Wärme zu versorgen. Bis 2040 will die Wien Energie etwa ein Viertel der Wiener Fernwärme aus Tiefengeothermie gewinnen.

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