Affären
Pilnacek-Eklat im TV: "Hast es auch verstanden?"
In diesem Leben werden sie keine Freunde mehr: FPÖ-General Christian Hafenecker und ÖVP-U-Ausschuss-Fraktionschef Andreas Hanger. Im U-Ausschuss zum Tod von Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek stehen sich die beiden wieder gegenüber: Hafenecker will einen inkriminierten ÖVP-Polizei-Skandal rund um die Pilnacek-Ermittlungen aufdecken, Hanger verteidigt indes das schwarze Innenministerium mit Händen und Füßen, beide haben längst die Glacehandschuhe ausgezogen.
Die Hauptfrage: Gab es ÖVP-Einfluss auf die Ermittlungen?
Und auch am Donnerstagabend bei Armin Wolf in der ZiB 2 ging die Post ab. Hafenecker gibt gleich den Angreifer und verteidigte die Ladung von Rechtsmedizinern, die der Ex-Grüne Peter Pilz beauftragt hatte und die die Leiche nicht einmal gesehen hatten.
Hanger warf Hafenecker im Konter vor, einen "FPÖ-Geldverschwendungsausschuss" eingesetzt zu haben, der jetzt schon Millionen koste.
Hafenecker hielt dagegen, dass zwei ehemalige Mitarbeiterinnen des früheren Nationalratspräsidenten und Innenministers Wolfgang Sobotka involviert gewesen seien, Auskunftspersonen im U-Ausschuss seien zudem unter Druck gesetzt worden.
Hanger sieht indes einen "Ausschuss, der auf Verschwörungstheorien aufgebaut ist", der Untersuchungsgegenstand sei "inhaltlich schwach".
Pleiten, Pech und Pannen?
Auf den Vorhalt Wolfs, dass das Handy Pilnaceks nicht sichergestellt worden sei, dass die Polizisten kein Thermometer zur Feststellung der Todesursache dabei hatten, auch die erste Analyse von Pilnaceks Smartwatch sei daneben gegangen, sieht Hanger trotzdem eine vorbildliche Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Polizisten unter Druck gesetzt?
Hafenecker warf der ÖVP indes vor, dass den Polizisten in einem Vorbereitungspapier eingehämmert worden sei, der U-Ausschuss sei ein Tribunal. Das sei ein Anschlag der Exekutive auf die Legislative.
Hanger konterte, die Polizisten hätten sich auf den U-Ausschuss vorbereiten müssen. Es sei null Substanz in den Vorwürfen. Als Hafenecker eine Zwei-Klassen-Justiz sieht, wurde Hanger aggressiv und verfiel ins "Du": "Hast es auch verstanden?"
"War es einfach nur Schlamperei und keine Verschwörung?", will Wolf von Hanger wissen. Hafenecker will den Polit-Einfluss keinesfalls ausschließen - wieder wird Hanger emotional: "Hör du - oder eben Sie - mit diesem Polizei-Bashing auf."
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