Arbeitsmarkt in Niederösterreich weiter angespannt

AMS-Logo an einer Glasscheibe mit Spiegelung einer Straße und einer Person im Hintergrund.
© APA
Die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich steigt weiter. Ende Juni 2026 waren 44.284 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt, um 1.941 bzw. 4,6 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich – österreichweit lag der Anstieg bei 2,4 Prozent.
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Rechnet man Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer hinzu, waren 54.231 Personen auf Jobsuche, ein Plus von 4,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich bei 6,3 Prozent, um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Österreichweit beträgt die Quote 6,9 Prozent.

Beschäftigung leicht rückläufig

Der geschätzte Bestand an unselbständig Beschäftigten liegt bei 663.000 Personen – 298.000 Frauen und 365.000 Männer. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Minus von 0,3 Prozent.

AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern verwies auf die aktuellen Wirtschaftsprognosen, wonach das Bruttoinlandsprodukt heuer und im kommenden Jahr um jeweils rund ein Prozent wachsen soll, bei weiterhin hoher Unsicherheit. Seit Jahresbeginn seien bereits 44.580 Jobsuchende aus Niederösterreich wieder in Beschäftigung vermittelt und 38.522 gemeldete Stellen besetzt worden.

Zuwächse bei Frauen, Älteren und im Haupterwerbsalter

Die Arbeitslosigkeit stieg sowohl bei Frauen (+7,3 Prozent) als auch bei Männern (+2,1 Prozent). Auch bei Personen ab 50 Jahren (+5,1 Prozent) und im Haupterwerbsalter (+5,3 Prozent) war ein Anstieg zu verzeichnen. Bei Jugendlichen bis 24 Jahre ging die Zahl hingegen um 1,6 Prozent zurück.

Überdurchschnittlich stark stieg die Arbeitslosigkeit in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+11,5 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (+10,3 Prozent), in der öffentlichen Verwaltung (+6,8 Prozent) sowie in der Warenherstellung (+5,2 Prozent). Geringer fiel der Anstieg im Bau (+3,3 Prozent) und in Verkehr/Lagerei (+2,0 Prozent) aus.

Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) forderte wirtschaftliche Reformen, um Planungssicherheit für Betriebe zu schaffen und Beschäftigung nachhaltig zu sichern.

Offene Stellen rückläufig

Aktuell sind 12.604 offene Stellen beim AMS gemeldet, ein Rückgang von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit 908 offenen Lehrstellen ein Minus von 11,9 Prozent. Besonders stark rückläufig war das Stellenangebot in der öffentlichen Verwaltung (-32,4 Prozent), in Beherbergung und Gastronomie (-25,1 Prozent) sowie in Verkehr/Lagerei (-20,8 Prozent). Einen Anstieg verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+4,7 Prozent).

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