Heuchelei der "Fans"

Rassismus-Eklat nach WM-Aus der Niederlande

Niederländische Fußballspieler stehen in einer Reihe und schauen angespannt während eines Spiels.
© EPA
Nach dem überraschenden Aus der niederländischen Fußballnationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Marokko sieht sich das Team mit einer massiven Welle rassistischer Anfeindungen konfrontiert.
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Zwar brachte das Scheitern auch sportliche Konsequenzen mit sich – wie den sofortigen Rücktritt von Nationaltrainer Ronald Koeman –, doch überschatten die diskriminierenden Vorfälle gegen die Spieler derzeit alles andere.

Verband verurteilt rassistische Äußerungen aufs Schärfste

Der öffentliche Zorn über das Ausscheiden entlud sich im Internet nicht nur gegen den Trainer, sondern traf gezielt mehrere Nationalspieler, die laut Verband Opfer niederträchtiger rassistischer und diskriminierender Beleidigungen wurden. Der niederländische Fußballverband (KNVB) sah sich daraufhin gezwungen, am Dienstag mit einer klaren offiziellen Erklärung zu reagieren. Neben einem Dank für den Einsatz der Mannschaft und die weltweite Unterstützung der Fans verurteilte der Verband diese rassistischen Entgleisungen aufs Schärfste.

Der KNVB betonte in seinem Statement, dass der Fußball eigentlich die Kraft habe, Menschen völlig unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Hintergrund zusammenzubringen. Gegenüber dem Hass im Netz zog der Verband eine unmissverständliche rote Linie: Rassismus und Diskriminierung hätten weder im Sport noch im Internet oder in der Gesellschaft einen Platz. Angesichts dieser verabscheuungswürdigen Angriffe rücken die eigentlichen sportlichen Probleme der Nation – wie der notwendige Umbruch des alternden Kaders und die nun offene Trainerfrage – vollkommen in den Hintergrund.

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