Finale
Graz-Wahl: Harter Kampf um die letzten Stimmen
Bisher plätscherte der Wahlkampf so vor sich hin - doch weil es eben doch um einiges geht, wird es im Finale hektisch. Am Sonntag wählt mit Graz immerhin Österreichs zweitgrößte Stadt. Konkret sind 225.883 Personen (2021: 223.512) aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, sofern sie das nicht schon vorher per Briefwahl oder in den Servicestellen der Stadt Graz bereits gemacht haben.
Laut den bisherigen Umfragen dürfte KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr wieder das Rennen machen. Ihr sagen die letzten Umfragen einen neuerlichen Wahlsieg voraus. Und das sogar mit Stimmengewinnen. Nur: Sicher ist das nicht - und Kahr war in den letzten Tagen bemüht, vor taktischen Stimmabgaben zu warnen. Kahr wird das auch heute tun - am Südtirolerplatz gleich neben dem futuristischen Kunsthaus haben ihre Kommunisten ihre Wahlkampfschlussveranstaltung geplant.
Die FPÖ war bereits am Donnerstagabend dran. Bei tropischen Temperaturen war auch ein Auftritt von Parteichef Herbert Kickl geplant. Die Grazer FPÖ hat Unterstützung nötig: Zuerst musste mit René Apfelknab nach dem Finanzskandal ein neuer Spitzenkandidat aufgestellt werden. zuletzt hab es einen neuerlichen Skandal, weil offenbar zwei FPÖ-Kandidaten antisemitische Inhalte gepostet hatten - sie wurden umgehend mit Funktionsverboten belegt.
ÖVP spitzt auf den zweiten Platz vor der FPÖ
Aussichtsreichster Anwärter auf Platz 2 ist deshalb - noch vor den Blauen - die ÖVP, ihr Spitzenkandidat Kurt Hohensinner trommelt zwar, er wolle Bürgermeister werden - obe er mit der FPÖ die nötige Mehrheit zusammenbekommt, ist aber mehr als fraglich. Hohensinner wird am Freitag am Freiheitsplatz noch einmal mobilisieren.
SPÖ will nicht um jeden Preis weitermachen
Ob allerdings die linke Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ nochmals eine Mehrheit schafft, ist ebenfalls unklar. Vor allem die SPÖ schwächelt, Parteichefin Doris Kampus hat sich zudem die Latte noch höher gelegt und verkündet, sie werde die Koalition nur fortsetzen, wenn sie einen Sitz im Stadtsenat erreicht - dazu müsste sie aber satt dazugewinnen.
Kein Wunder, dass sich die NEOS jetzt in Position bringen. Spitzenkandidat Philipp Pointner - er hatte seine Schlussveranstaltung am Donnerstag am Glockenspielplatz - lehnt aber eine direkte Koalition mit den Kommunisten ab, eine Zusammenarbeit kann er sich aber vorstellen.
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