Schwere Vorwürfe gegen Ziegenmilchbetrieb
Ein in Brandenburg gelegener Ziegenmilchbetrieb exportiert laut SOKO Tierschutz unter anderem an das österreichische Unternehmen Prolactal GmbH.
Skandal: Gravierende Misstände bei Ziegenmilch
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Prolactal mit Sitz in Hartberg in der Steiermark zählt zu den internationalen Herstellern von Milch- und Molkenbestandteilen. Das Unternehmen produziert unter anderem Milch- und Molkepulver sowie weitere Milchderivate und verarbeitet dafür Kuh-, Ziegen- und Schafmilch.
Ein Blick auf die Website des Unternehmens zeigt eine bildhafte Darstellung der Produktion. Dort ist unter anderem ein traditionell gekleideter Mann in alpiner Umgebung mit einem Milcheimer zu sehen. Begleitend heißt es:
"Prolactal liegt in der Nähe der österreichischen Alpenregion und produziert Biomilch und Molkenpulver für die Säuglingsernährung.
Unser Portfolio umfasst Produkte aus Bio-Kuh-, Ziegen-, A2- und Schafsmilch sowie gentechnikfreien und laktosefreien Sorten – alles entwickelt, um eine gesündere Zukunft zu fördern."
Nach Recherchen von SOKO Tierschutz soll Ziegenmilch aus dem Betrieb in Brandenburg in die Lieferkette des Unternehmens eingebunden sein.
Die aktuellen Videoaufnahmen aus dem deutschen Betrieb, die von der Tierschutzorganisation veröffentlicht wurden, zeigen nach Angaben der Ermittler Zustände, die gravierende Fragen zur Tierhaltung aufwerfen.
- kranke und verletzte Tiere
- unzureichend versorgte Ziegen
- Misshandlung von Tieren
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Organisation dokumentiert den Fall als Beispiel für strukturelle Defizite in der Ziegenmilchproduktion, die weit über einen einzelnen Betrieb hinausgehen könnten. Die Bilder aus den Stallanlagen zeigen unter anderem Tiere in schlechtem Gesundheitszustand sowie unhygienische und überfüllte Haltungsbedingungen.
Der Betrieb liefert laut SOKO Tierschutz unter anderem an das österreichische Unternehmen Prolactal GmbH, das international Milchbestandteile verarbeitet und exportiert. Die Organisation weist darauf hin, dass solche Lieferketten die Rückverfolgbarkeit tierischer Produkte erschweren können. Kritisiert wird insbesondere, dass Milch aus Betrieben mit dokumentierten Tierschutzproblemen über Zwischenstationen in den Handel gelangen kann, ohne dass Konsument:innen dies unmittelbar erkennen.
Der aktuelle Fall reiht sich ein in eine Serie von Recherchen, in denen Tierschutzorganisationen auf Missstände in der industriellen Ziegenmilchproduktion hinweisen. Dabei steht zunehmend auch die Frage im Raum, wie verbindlich Tierwohlstandards in der Praxis kontrolliert werden und welche Verantwortung Verarbeitungs- und Handelsunternehmen in der Lieferkette tragen.
Die Ermittlungen und Auswertungen zu dem Fall dauern an.
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