"Un-italienisch"
Luxusauto-Sammler schießt heftig gegen neuen Elektro-Ferrari
Das Thema Autodesign spaltet immer wieder die Gemüter. Während Marken wie Jaguar für neue Elektromodelle Gegenwind ernteten oder BMW wegen auffälliger Designelemente in der Kritik stand, sorgt das erste reine Elektrofahrzeug von Ferrari für eine beispiellose Aufregung. Das Modell Luce erntete im Netz reichlich Spott, bei dem sich sogar Unternehmen wie Lidl und Toblerone beteiligten. Während Online-Kommentare oft von Personen stammen, die nicht zur Käuferschicht gehören, zeigt nun die Reaktion eines echten potenziellen Kunden die tiefe Skepsis in der Sammlerszene.
Anlass für den aktuellen Wirbel war die E-Mail eines Ferrari-Verkäufers an den bekannten Hypercar-Sammler Jeffrey Cheng. Dieser veröffentlichte unter seinem Social-Media-Namen "speedy_jeff" vor seinen rund 60.000 Followern auf Instagram den Schriftverkehr. Der Händler versuchte darin, dem Sammler den Luce als Ferraris Vision für die Zukunft schmackhaft zu machen, und betonte, das Fahrgefühl bleibe der DNA der Marke treu. Die Reaktion des Kunden fiel jedoch vernichtend aus.
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Harte Worte vom Sammler
"Ich würde dieses Ding nicht einmal fahren, wenn ich es geschenkt bekäme", stellte Cheng in seiner öffentlichen Antwort klar. Er bezeichnete den Luce als "Scheußlichkeit" und erklärte, er empfinde fast schon Mitleid für die Verkaufsberater der italienischen Marke weltweit, die dieses Auto nun vermitteln müssten. Diese Aufgabe wünsche er nicht einmal seinem schlimmsten Feind, da der Wagen in vielerlei Hinsicht ein absoluter Witz sei.
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Kritik an un-italienischem Design
Die Kritik des Sammlers richtet sich dabei explizit gegen das Aussehen des Wagens und weniger gegen den elektrischen Antrieb an sich. Jeffrey Cheng empfinde das Design als zutiefst "un-italienisch". Für die Gestaltung arbeitete Ferrari mit dem Studio LoveFrom zusammen, das vom ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive gegründet wurde. Neben der Optik stört den Sammler der hohe Preis von mehr als 550.000 Euro. Für dieses Geld könne man sich die besten Modelle von Tesla, Rivian und Lucid gleichzeitig kaufen und besäße immer noch genug Budget, um einen Privatjet für einen Urlaub zu chartern. Cheng forderte den Verkäufer auf, die Nachricht direkt an die Ferrari-Führung weiterzuleiten.
Probleme bei elektrischen Supersportwagen
Mit seiner harten Haltung steht der Sammler keineswegs alleine da. Der ehemalige Ferrari-Chairman Luca di Montezemolo äußerte ebenfalls öffentlich Warnungen vor der Zerstörung des Markenmythos. Nach der offiziellen Enthüllung des Luce verlor die Ferrari-Aktie zeitweise rund 8 Prozent an Wert. Der Markt für elektrische Supersportwagen gilt aktuell als extrem schwierig: Lamborghini stoppte die Entwicklung des eigenen Elektroautos, und auch Lotus gab kürzlich die Rückkehr zum Verbrennungsmotor bekannt.
Laut Berichten von Bloomberg soll es intern Überlegungen gegeben haben, dass Kunden den Luce kaufen müssen, um überhaupt Zugriff auf andere, besonders begehrte Modelle der Marke zu erhalten. Ferrari dementierte diesen Kaufzwang umgehend mit der Begründung, man wolle keine negativen Botschafter schaffen, die schlecht über das Auto sprechen und es nach wenigen Monaten wieder abstoßen. Der langjährige Marketingchef Enrico Galliera, der mit diesen Aussagen von Reuters zitiert wurde, wurde inzwischen entlassen und durch einen Manager von BMW ersetzt.
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