Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs wird bei betroffenen Menschen oft erst dann gestellt, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Auch in Österreich ist die Suche nach verlässlichen Früherkennungsmethoden ein zentrales Thema in der Medizin. Wissenschaftler der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago haben nun einen großen Fortschritt erzielt und einen Bluttest entwickelt, der Anzeichen des Tumors wesentlich zuverlässiger identifiziert als herkömmliche Verfahren.
Winzige Tumorspuren im Visier
Das neue Verfahren sucht im Blut nach sogenannter zirkulierender Tumor-DNA, also winzigen Erbgutfragmenten, die von den Krebszellen in den Blutkreislauf abgegeben werden. Im Zentrum der Untersuchung steht eine bestimmte KRAS-Genmutation. Diese Mutation kommt bei mehr als 90 Prozent aller Erkrankungen an Bauchspeicheldrüsenkrebs vor. Während herkömmliche Tests diese verschwindend geringen Mengen im Blut oft gar nicht nachweisen können, arbeitet die Neuentwicklung mit einer wesentlich höheren Empfindlichkeit.
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Deutlich bessere Trefferquote
Im Rahmen der wissenschaftlichen Studie begleiteten die Forscher insgesamt 106 Patienten. Bereits vor dem Start der eigentlichen Behandlung konnte der neue Test bei 65 Prozent der untersuchten Personen die Tumor-DNA nachweisen. Ein gängiges Vergleichsverfahren, das sogenannte Next Generation Sequencing, schlug im direkten Vergleich lediglich bei 17 Prozent der Patienten an.
Erfolg nach Therapien
Auch im weiteren Krankheitsverlauf blieb der Unterschied zwischen den Testverfahren extrem deutlich. Nach einer Chemotherapie erkannte der neue KRAS-Test bei 60 Prozent der Patienten verbliebene Spuren, während das Standardverfahren nur magere fünf Prozent lieferte. Nach einer Operation lag das Verhältnis der Nachweisrate bei 56 Prozent im Vergleich zu nur 9 Prozent beim alten Verfahren. Durch die hohe Empfindlichkeit entdeckte der Test zusätzlich biologische Hochrisikopatienten, die mit den bisher genutzten Standardmethoden komplett übersehen worden wären.
Hoffnung mit klaren Grenzen
Die Wissenschaftler sehen im Einsatz des Bluttests eine große Chance, um betroffene Hochrisikopatienten sowie potenzielle Rückfälle in einem sehr frühen Stadium zu entdecken. Der Studienleiter Prof. Akhil Chawla erklärte dazu, die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die aktuell gängigen Verfahren bei vielen Patienten verbliebene Krebszellen einfach übersehen.
Trotz der vielversprechenden Daten der Studie kann das neue Verfahren die bisherigen klassischen Diagnosewege im Spital oder Labor derzeit noch nicht vollkommen ersetzen. Ob sich die Methode schlussendlich auch für eine breite Früherkennung in der Allgemeinbevölkerung eignet, müssen erst weitere medizinische Studien in der Zukunft zeigen.
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