Droht das Nacht-Aus?
Aufregung um Schockraum in Meidling
Im Traumazentrum Meidling steht offenbar eine einschneidende Änderung für die medizinische Notversorgung bevor. Der Schockraum für Schwerstverletzte könnte in den Nachtstunden bald nicht mehr durchgehend einsatzbereit sein, wie "Der Standard" berichtet. Beim Spitalsbetreiber AUVA wird derzeit geprüft, ob das bisherige System reformiert werden muss.
Streichung eines Nachtdienstes droht
Hintergrund der Pläne ist die mögliche Streichung eines Nachtdienstrades am Standort Meidling. Dadurch wäre der wichtige Schockraum in der Zeit von 20 Uhr am Abend bis 8 Uhr in der Früh nicht mehr durchgehend einsatzbereit. Die Ärztinnen und Ärzte der Traumazentren Meidling und Brigittenau wurden über diese Pläne bereits bei einer internen Informationsveranstaltung am Donnerstagfrüh informiert.
Sollte das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, hätte das laut Belegschaft gravierende Folgen für die Patientensicherheit. Wenn in der Nacht eine akute Operation durchgeführt werden muss, sperrt das Spital den Schockraum für weitere Rettungsanfahrten. Bisher konnten der Operationssaal und die Erstversorgung von Unfallopfern jederzeit parallel laufen.
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AUVA prüft die Notwendigkeit
Der Spitalsbetreiber versucht unterdessen zu beruhigen und betont, dass noch keine endgültigen Beschlüsse gefasst wurden. Man evaluiere im Moment die Effizienz der aktuellen Strukturen. "Es wird fachlich bewertet, ob ein dauerhaft isoliert vorgehaltenes Schockraumteam in der Nacht erforderlich ist", hieß es von der AUVA. Die Versorgung im Ernstfall könne laut dem Betreiber auch durch die regulär anwesenden Dienstmannschaften sichergestellt werden, wie es in anderen Häusern üblich sei.
Stadtratsbüro wusste von nichts
In den Spitälern des Wiener Gesundheitsverbunds stehen vier weitere Schockräume zur Verfügung. Diese laufen laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker rund um die Uhr im Vollbetrieb. Von den Plänen in Meidling hat man im Rathaus allerdings erst aus den Medien erfahren. Da die AUVA-Spitäler nicht über den Wiener Gesundheitsfonds mitfinanziert werden, gibt es für den Betreiber keine Pflicht zur Vorabinformation an die Wiener Politik.
Keine Kürzungen bei Operationen
Gerüchte über weitere Einsparungen weist die AUVA hingegen vehement zurück. Berichte aus der Belegschaft über angebliche Kürzungen bei planbaren Eingriffen wie dem Einsatz von Hüftprothesen, Knieprothesen oder Schulterprothesen seien falsch. Auch drohende ärztliche Engpässe ab September wegen Kündigungen von Fachärztinnen und Fachärzten wurden vom Betreiber dementiert. Die laufenden Bauprojekte an den Standorten Meidling und Brigittenau stehen laut offiziellen Angaben in keinem Konflikt mit dem täglichen Spitalsbetrieb.
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