Proben im Labor
Asbest-Ergebnisse erst im Sommer
Nach den brisanten Asbestfunden in Liesing wächst die Sorge unter den Anrainern. Während die ersten Proben im Labor untersucht werden, müssen die Wiener noch bis zum Sommer auf endgültige Ergebnisse warten. Unterdessen spitzt sich die Lage zu, weil bereits fünf weitere Verdachtsfälle bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace gemeldet wurden.
Neue Fälle aufgetaucht
Die Stadt Wien hat mittlerweile Proben von allen acht bekannten Verdachtsflächen zur Analyse ins Labor geschickt. Zuerst nehmen die Experten jene Proben unter die Lupe, die von Greenpeace eingebracht wurden. Die Auswertung braucht allerdings Zeit, weshalb Ergebnisse erst im Laufe des Sommers vorliegen sollen.
In der Zwischenzeit reißt die Serie an Meldungen aus der Bevölkerung nicht ab. Greenpeace erhielt fünf neue Hinweise auf verdächtige Stellen, die sich ganz in der Nähe der bisherigen Fundorte befinden. Stefan Stadler von Greenpeace bestätigte in der Sendung "Wien heute", dass ein neuer Fall bereits verifiziert und in der Online-Karte eingetragen ist. Laut Stadler könnten die belasteten Steine theoretisch überall dort vorkommen, wo Asphalt liegt, also auch auf Spielplätzen oder Gehsteigen. Er vermutet den Ursprung im Burgenland, wo große Mengen an Schotter verkauft wurden, die möglicherweise den Weg nach Wien gefunden haben.
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Fasern unter dem Mikroskop
Ziviltechniker Heinz Kropiunik sieht den Verdacht auf Asbest in den Proben als bestätigt an. Unter dem Mikroskop zeigen sich die gefährlichen Fasern deutlich, die beim Einatmen krebserregend wirken können. Diese Fasern stammen von Steinen, die im Asphalt der Straßen verarbeitet wurden. Wenn Autos darüberrollen, wird das Material zu winzigen Bröseln zerkleinert und in der Luft freigesetzt.
Die ersten Proben landeten bereits im März im Labor. "Wir haben Material gesehen, das wir in dieser Reinheit als Asbest nicht für möglich gehalten haben, dass das auf geschotterten Straßen liegen könnte", zeigte sich Kropiunik in "Wien heute" besorgt über das Ausmaß der Verunreinigung.
Rasche Sanierung gefordert
Wie schwerwiegend die möglichen Gesundheitsschäden für die Bevölkerung tatsächlich sind, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Für Autofahrer, die mit offenem Fenster auf einer solchen Straße unterwegs sind, sieht der Experte keine akute Gefahr. Völlig unklar ist die Situation jedoch für Menschen, die direkt an diesen Straßen wohnen oder sich dort regelmäßig aufhalten.
Zu den Auswirkungen von Wetterbedingungen wie Regen, Schnee oder anhaltender Trockenheit auf die Freisetzung der Fasern fehlen bisher verlässliche Messwerte und wissenschaftliche Untersuchungen. Umweltschützer Stadler fordert deshalb eine rasche Sanierung der stark befahrenen Straßen. In den kleineren Seitenstraßen müsse man zumindest jeden Asbestasphalt genau dokumentieren, damit bei künftigen Bauarbeiten nicht unbemerkt gefährliche Fasern aufgewirbelt werden.
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