Ukraine-Krieg
Russen in Panik: Insider rechnen mit Putin-Knall
Russland hat zunehmend Schwierigkeiten, genügend Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Nach Recherchen der unabhängigen russischen Exilmedien Meduza, iStories und Verstka wird im Kreml deshalb über neue Wege nachgedacht, um den Personalmangel an der Front auszugleichen. Demnach laufen bereits seit Monaten Vorbereitungen für eine mögliche neue Rekrutierungswelle.
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Hintergrund ist der deutliche Rückgang freiwilliger Vertragsabschlüsse. Schätzungen zufolge unterschrieben im ersten Quartal 2026 nur noch rund 800 Menschen pro Tag einen Militärvertrag – der niedrigste Wert seit drei Jahren. Zwar stieg die Zahl zuletzt wieder auf etwa 1.000 täglich, dennoch reicht dies nach Einschätzung von Experten nicht aus, um die Verluste an der Front dauerhaft auszugleichen.
Neue Mobilmachung
Laut Meduza greifen die Behörden deshalb zunehmend zu ungewöhnlichen Mitteln. In mehreren Regionen würden Festgenommenen oder Beschuldigten Straffreiheit in Aussicht gestellt, wenn sie sich für einen Vertrag mit der Armee entscheiden. Ein Mitarbeiter eines Wehrersatzamtes erklärte dem Medium, die Rekrutierung laufe inzwischen "hauptsächlich über die Polizei".
Ein russischer Soldat schilderte gegenüber Meduza zudem die Folgen dieser Praxis. Viele der neuen Rekruten kämen aus Gefängnissen oder würden direkt von der Straße rekrutiert. "Manche werden aus dem Gefängnis geholt, manche von der Straße. Kriminelle, die bereits so alt sind und solche gesundheitlichen Probleme haben, dass sie kaum noch stehen können", sagte er. "Sie sind eine Belastung für alle. Was soll man ihnen überhaupt beibringen? Sie können in voller Ausrüstung nicht laufen; 20 Kilogramm zu tragen, ist zu viel für sie. Sie sind Wegwerfware."
Bricht Putin Verprechen?
Gerade deshalb wächst die Spekulation über eine weitere Teilmobilmachung. Präsident Wladimir Putin hatte nach der umstrittenen Mobilisierung im Herbst 2022 mehrfach versprochen, eine erneute Einberufung von Reservisten möglichst zu vermeiden. Damals hatte die Maßnahme landesweite Proteste ausgelöst, während Hunderttausende Männer das Land verließen.
Nach Einschätzung der Oppositionsmedien könnte eine neue Rekrutierungsrunde der letzte Versuch sein, eine umfassendere Mobilmachung weiterhin zu umgehen. Sollte der Kreml den Personalbedarf an der Front mit freiwilligen Verträgen nicht mehr decken können, dürfte der Druck auf Putin jedoch weiter steigen.
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