Ölpreise im Sinkflug

Rohöl bricht heftig ein: Sprit und Heizöl im Juli vor Preis-Rätsel

© Getty Images
Der kräftige Einbruch der Rohölpreise sorgt zwar für billigeren Sprit, doch das nahende Ende des deutschen Tankrabatts droht die Entlastung an den Zapfsäulen zu verpuffen. Das könnte auch den österreichischen Markt und den Tanktourismus treffen.
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Die Preise für Rohöl fielen am Freitag erneut heftig. Der WTI-Preis für das US-Leichtöl sank um fast 4 % auf rund 69 US-Dollar pro Barrel – den niedrigsten Stand seit dem 27. Februar. Das hat direkte Folgen für die Preise von Diesel, Benzin und Heizöl, die ebenfalls stark fallen. Der Grund für den Absturz: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahm nach Fortschritten bei einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran deutlich zu. Das Handelsvolumen stieg sprunghaft an, wodurch die Exporte aus dem Persischen Golf wieder etwa 75 % des Vorkriegsniveaus erreichten. Unter anderem begann Saudi-Arabien an seinem Terminal in Ras Tanura mit der Beladung von Tankern. Trotz einer kurzen Preiserholung am Donnerstag – ausgelöst durch den Treffer eines Projektils auf das Containerschiff "Ever Lovely" – bestätigte US-Präsident Donald Trump, dass die Meerenge geöffnet bleibt.

Deutlich mehr Schiffe auf den Routen

Seit dem 18. Juni haben laut Daten des Unternehmens Kpler 284 Schiffe die Passage durchfahren, wie die BBC berichtete. Dies liegt allerdings weiterhin unter dem Vorkriegsniveaudurchschnitt von rund 138 Durchfahrten pro Tag. Zur Vermeidung von Missverständnissen haben die USA und der Iran eine "Kommunikationsverbindung" eingerichtet, erklärten die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan. Neben Rohöl transportieren die Frachter Flüssigerdgas (LNG), Düngemittel und andere Güter. Während die US-Marine Hinweise für eine minenfreie südliche Route bereitstellte, durften einige Schiffe mit Genehmigung der iranischen Behörden eine nördliche Passage nutzen.

Dieselpreise fallen – Tankrabatt läuft aus

In Deutschland kostete ein Liter Diesel am Freitagnachmittag im bundesweiten Mittel etwa 1,68 Euro. Am Mittwochvormittag lag der Preis sogar bei nur 1,63 Euro – das waren 26 Cent weniger als vor einer Woche. Obwohl die Preise zuletzt wieder leicht um 1 bis 2 Cent angestiegen sind, dürfte es mit den fallenden Ölpreisen weiter nach unten gehen. Davon profitieren aktuell auch jene Autofahrer in Österreich, die im Grenzgebiet wohnen und für den günstigen Sprit über die Grenze fahren. Allerdings fällt der in Deutschland seit dem 1. Mai geltende Tankrabatt, der die Spritsteuer um knapp 17 Cent senkte, wie geplant Ende Juni weg. Der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer, warnt: "Es ist zu befürchten, dass die Preise in etwa um diese Summe nach oben gehen werden." Unterdessen ordnete Donald Trump eine Untersuchung der Benzinpreise auf Bundesebene an, um den schleppenden Rückgang an den Zapfsäulen zu prüfen.

Österreicher warten bei Heizöl ab

Heizöl kostete am Samstagvormittag in Deutschland knapp 111 Euro je 100 Liter. Das ist zwar ein Euro mehr als am Donnerstag, aber rund 23 Euro weniger als zu Beginn des Monats. Die Spitzenpreise lagen in Mecklenburg-Vorpommern bei knapp 114 Euro, während Baden-Württemberg Tiefpreise von knapp 108 Euro verzeichnete. Beim Portal Heizöl24 glauben derzeit 94 % der Kunden, dass es besser ist, mit dem Einkauf noch zu warten. Dieser Trend zeichnet sich auch bei den Konsumenten in Österreich ab: Angesichts der weltweit sinkenden Rohölpreise spekulieren viele heimische Haushalte auf noch günstigere Tarife vor der nächsten Heizsaison und halten sich mit Bestellungen zurück. Die US-Heizölpreise fielen am Freitag um mehr als 3 % unter 3,20 US-Dollar pro Gallone. Zur Senkung der Energiekosten setzte das Weiße Haus den Jones Act aus und griff auf die strategischen Ölreserven zurück. Dennoch bleibt die Marktlage wegen niedriger Vorräte und möglicher russischer Exportverbote angespannt, was auch den Energiemarkt in Österreich in den kommenden Monaten stark belasten könnte.

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