Kostenfalle

Teurere Kreuzfahrten: Das kostet das Trinkgeld an Bord

Kreuzfahrt
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Auf Kreuzfahrten steigen 2026 die automatischen Servicegebühren.
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Zahlreiche große Kreuzfahrtreedereien drehen an der Gebührenschraube. Wer eine Reise plant, muss deshalb mit höheren Trinkgeld- und Servicepauschalen rechnen, die automatisch auf dem Bordkonto erscheinen. Die US-Reederei Holland America Line etwa hat Anfang Juni eine neue "Crew-Wertschätzungsgebühr" eingeführt. Gäste in Standardkabinen zahlen nun 18 US-Dollar (15 Euro) pro Tag, in Suiten sind es 20 US-Dollar (17 Euro).

Begründung der Reederei

Die Reederei betont gegenüber dem US-Sender "Fox News", die zusätzliche Gebühr sei eine Möglichkeit, "den außergewöhnlichen Service und die harte Arbeit unserer Crew" anzuerkennen. Trinkgeld wird hier also als fester Bestandteil der Entlohnung des Personals verstanden. Neben Holland America Line haben auch MSC Cruises und Carnival Cruise Line ihre Servicegebühren angehoben. MSC berechnet bei neuen Buchungen künftig 17 US-Dollar pro Nacht und Person in Standardkabinen, was etwa 14 Euro entspricht. Gegenüber dem Portal "chip.de" betont MSC Cruises jedoch, dass die Gebühr in Europa nicht separat erhoben werde, sondern "bereits im ausgewiesenen Gesamtpreis enthalten" sei und somit nicht an Bord anfalle. Die Konkurrenz von Carnival Cruise Line verlangt laut dem Reiseportal "Travel Weekly" 17 US-Dollar (rund 14 Euro) pro Tag für Standardkabinen und 19 US-Dollar (etwa 16 Euro) für Suiten.

Flexibilität der neuen Regeln

Reisende müssen diese automatischen Trinkgeldbeträge aber nicht zwingend zahlen. Laut Holland America Line können Gäste den auf dem Bordkonto vermerkten Betrag während der Reise anpassen lassen. Auch bei Carnival Cruise sind die Trinkgelder standardmäßig Teil der Bordabrechnung. Nach Angaben der Reederei werden die Beträge zwar automatisch belastet, können auf Wunsch der Gäste an Bord jedoch angepasst werden. Bei MSC Cruises kann nur bei Beschwerden der Bordservice reagieren und in Einzelfällen Anpassungen vornehmen.

Druck durch digitale Systeme

Auch in anderen Bereichen des Alltags haben automatische Trinkgeld-Funktionen längst Einzug gehalten. Manche Kartenterminals schlagen beim Bezahlen ungefragt Trinkgeldbeträge von 10 bis 20 Prozent vor. Zusätzlich gibt es die Option "kein Trinkgeld". Das setzt viele Kunden selbst bei einfachen Käufen unter Druck. Kritiker sehen darin eine Art "Nudging" (deutsch: "schubsen"), das Kunden unbewusst zu höheren Trinkgeldern bewegen soll und dadurch das klassische, freiwillige Trinkgeldverhalten verändert. Typisch ist dabei, dass die Wahlfreiheit erhalten bleibt, aber eine Option bewusst attraktiver oder auffälliger gestaltet wird als andere.

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