Brisante Vorwürfe

Hat Moskau Sebastian Kurz zu Fall gebracht?

© APA/HELMUT FOHRINGER
Laut einem Bericht des "Telegraph" soll der russische Geheimdienst am Sturz von Ex-Kanzler Sebastian Kurz im Jahr 2021 beteiligt gewesen sein. Auch der flüchtige Wirecard-Manager Jan Marsalek soll in eine entsprechende Operation verwickelt gewesen sein.
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Grundlage des Berichts sind Nachrichten aus geheimen Ermittlungsakten. Darin soll der russische Geheimdienstchef Orlin Roussev behauptet haben, zum politischen Ende von Sebastian Kurz beigetragen zu haben.

Auch Jan Marsalek, der ehemalige Wirecard-Manager und mutmaßliche russische Spion, soll laut "Telegraph" von einer Operation gesprochen haben, die Kurz "erfolgreich gestürzt" habe. Kurz war 2021 nach Korruptionsvorwürfen als Bundeskanzler zurückgetreten.

Sollten die Angaben authentisch sein, wäre das ein schwerwiegender Hinweis auf eine direkte Einmischung Russlands in die Politik eines EU-Staates.

Hunderttausende Nachrichten sichergestellt

Die Vorwürfe gehen auf Ermittlungen gegen Marsaleks Spionagering in Großbritannien zurück. Bei der Festnahme von Mitgliedern der Gruppe rund um Roussev stellte die Polizei Hunderttausende Nachrichten sicher. Sie sollen detaillierte Informationen über geplante Operationen enthalten.

Jan Marsalek, der ehemalige Wirecard-Manager und mutmaßliche russische Spion, soll laut "Telegraph" von einer Operation gesprochen haben, die Kurz "erfolgreich gestürzt" habe. © AFP

Ein Teil des Materials sei auch an österreichische Behörden weitergeleitet worden. Diese untersuchen dem Bericht zufolge, ob österreichische Spione Informationen an Marsalek und damit an Russland weitergegeben haben.

Kurz und Innenministerium äußern sich nicht

Mehrere britische Abgeordnete sollen die Vorwürfe laut "Telegraph" sehr ernst nehmen. Sicherheitsbehörden warnen seit Langem vor russischen Versuchen, Regierungen in Europa zu destabilisieren.

Sebastian Kurz und das österreichische Innenministerium wollten zu dem Bericht keine Stellungnahme abgeben.

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