Erstmals gefilmt:

Meeresbiologen entdecken "hässlichsten Hai der Welt"

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Meeresbiologen ist eine Sensation geglückt: Erstmals wurden lebende Exemplare des seltenen Koboldhaies gefilmt. Die Aufnahmen zeigen das bizarrste Tier der Tiefsee in seinem natürlichen Lebensraum.
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Montag sorgt eine wissenschaftliche Sensation aus den Tiefen des Ozeans für weltweites Aufsehen, die auch Hai-Fans in Österreich in Staunen versetzt. Der Koboldhai gilt als eines der rätselhaftesten Tiere der Tiefsee und wird oft als "hässlichster Hai" der Welt bezeichnet. Bislang wurde die Art fast ausschließlich tot oder als Beifang an Angelhaken dokumentiert. Nun ist es Forschern erstmals gelungen, lebende Exemplare in ihrem natürlichen Lebensraum zu filmen und die Sichtungen auszuwerten. Die spektakulären Aufnahmen entstanden während einer Expedition im Tongagraben im Jahr 2024 sowie bei Beobachtungen nahe Jarvis Island im Pazifik. Die Ergebnisse wurden jetzt gemeinsam im Fachjournal "Journal of Fish Biology" veröffentlicht.

Rekordaufnahme in der Tiefsee

Die Wissenschaftler zeichneten die Tiere mehr als 50 Tage lang in ununterbrochenen Filmaufnahmen auf. Das Video aus dem Tongagraben zeigt einen Koboldhai in einer Tiefe von knapp 2000 Metern und stellt damit die bislang tiefste bekannte Filmaufnahme dieser Art dar. "Sie haben die Fantasie so vieler Menschen beflügelt, aber wir haben sie nie lebend gesehen", erklärte Prof. Alan Jamieson, Direktor des Minderoo-UWA Deep-Sea Research Centre und Mitautor der Studie. "Tatsächlich wissen wir praktisch nichts über sie." Ein markantes Detail: Die Tiere verändern ihr Äußeres nach dem Tod drastisch.

Unglaublicher Kiefer als Schleuder

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"Es ist das bizarrste Tier überhaupt", sagte Jamieson dem britischen "Guardian". "Sie haben dieses unglaubliche Maul, das aus dem Kopf hervorschnellen kann und wie eine Schleuder Beute schnappt." Der ungewöhnliche Kiefer ist das bekannteste Merkmal der Art. Wenn der Hai lebt, ist das Maul jedoch vollständig in den Kopf eingezogen, sodass man vor allem seinen extrem spitzen Kopf sieht. Im Jahr 2015 dokumentierten australische Fischer ein totes Exemplar in ihren Netzen, auf dessen Fotos das ausgefahrene Maul gut zu erkennen war. Auch Prof. Culum Brown, Fischbiologe an der Macquarie University, zeigte sich gegenüber dem "Guardian" fasziniert: "Sie sind wohl die hässlichsten Haie des Planeten. Sie sehen geradezu grotesk aus. Nicht einmal ihre Mutter würde ihr Gesicht lieben."

Urtümliche Art ohne Veränderung

Laut Brown handelt es sich um eine urtümliche Art, die sich in den vergangenen 125 Millionen Jahren kaum verändert hat. Koboldhaie besitzen einen langen, schlaffen Körper, können bis zu sieben Meter lang werden und bewegen sich vermutlich sehr langsam. "Wie viele Tiefseebewohner haben sie wahrscheinlich einen extrem langsamen Stoffwechsel und treiben eher gemächlich durch die Tiefe", so Brown. Der Name "Koboldhai" geht auf eine japanische Bezeichnung zurück, die sich auf eine Sagengestalt mit langer Nase und roten Wangen bezieht. Die neuen Nachweise im zentralen Pazifik zeigen, dass die Art über ein deutlich größeres Verbreitungsgebiet verfügt als bisher angenommen.

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