Nach einem Jahr

"Dickpic"-Verbot: Erst 14 Verurteilungen in Österreich

Eine Frau mit grauen Haaren und Brille sitzt vor einer Holzvertäfelung, trägt ein rosa Schleifenabzeichen.
© APA/ROLAND SCHLAGER
Seit über einem Jahr ist das unaufgeforderte Versenden von Genitalbildern in Österreich gesetzlich verboten. Eine aktuelle Bilanz zeigt nun jedoch ernüchternde Zahlen: Österreichweit gab es seit Inkrafttreten der Regelung am 1. September 2025 lediglich 14 Schuldsprüche.
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Seit 1. September 2025 ist das unaufgeforderte Versenden von Genitalbildern strafbar. Dass so ein Verbot dringend geboten war, zeigt auch eine Onlineumfrage des Instituts Marketagent. Demnach hat jede dritte Frau bereits einmal unerwünschte sexuelle Bilder erhalten.

Viele Schuldsprüche hat das Verbot aber noch nicht nach sich gezogen. Österreichweit gab es seit Inkrafttreten des Gesetzes erst 14 Schuldsprüche. 37 Verfahren wurden diversionell erledigt, in 52 Fällen wurden die Ermittlungen eingestellt, da die Täter nicht ausgeforscht werden konnten.

Ministerin: "Auf digitale Gewalt entschlossen reagieren"

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) hält gegenüber dem ORF allerdings fest: "Mit dem Dick-Pic-Verbot haben wir gezeigt, dass wir auch auf digitale Gewalt entschlossen reagieren. Diese Arbeit setzen wir fort: KI-generierte sexualisierte Deepfakes und andere digitale Missbrauchsformen machen deutlich, dass wir unsere Schutzmaßnahmen laufend weiterentwickeln müssen. Gewalt gegen Frauen hat viele, zunehmend neue Gesichter – das Recht muss stets mithalten."

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