Fitnessstudio

Wenn du so wenig Krafttraining machst, kannst du es auch gleich lassen, oder?

Sportlerin hebt eine Langhantel auf den Schultern in einem Fitnessstudio.
© Getty Images
Ein paar Kniebeugen zwischen zwei Netflix-Folgen oder einmal pro Woche ein kurzes Workout: Zählt das überhaupt als Krafttraining? Wer Muskeln aufbauen und stärker werden möchte, braucht mehr als ein paar sporadische Übungen. 
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Krafttraining ist gesund, stärkt die Muskulatur und kann langfristig vor zahlreichen körperlichen Beschwerden schützen. Trotzdem gehört es für viele nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen. Während manche regelmäßig Gewichte stemmen, versuchen andere, zumindest einmal pro Woche ein paar Übungen in ihren Alltag einzubauen. Doch bringt das überhaupt etwas?

Die provokante Behauptung, dass man Krafttraining bei zu wenig Zeit auch gleich bleiben lassen könnte, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Denn selbst kurze Trainingseinheiten können positive Effekte haben. Wer allerdings gezielt Muskeln aufbauen, stärker werden oder seine Leistungsfähigkeit verbessern möchte, sollte ein paar Dinge beachten.

Wie oft muss man Krafttraining machen, damit es etwas bringt?

Die gute Nachricht zuerst: Du musst nicht jeden Tag ins Fitnessstudio. Laut den Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Erwachsene an mindestens zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende Aktivitäten für die großen Muskelgruppen einplanen.

Das bedeutet aber nicht, dass du mit nur einer Einheit pro Woche gar keine Fortschritte machen kannst. Gerade Anfänger können bereits mit einem überschaubaren Trainingsumfang ihre Kraft verbessern. Entscheidend ist, dass die Muskulatur regelmäßig ausreichend gefordert wird und du das Training mit der Zeit steigerst.

Wer nur einmal pro Woche trainiert, kann also durchaus etwas erreichen. Zwei Einheiten pro Woche sind für viele jedoch ein sinnvoller Ausgangspunkt, um alle wichtigen Muskelgruppen regelmäßig zu belasten.

Warum ein paar Kniebeugen nicht automatisch Krafttraining sind

Frau macht Krafttraining mit einer gelben Kettlebell an einer Wand.
Krafttraining © Getty Images/Westend61

Natürlich ist jede Bewegung besser als keine. Doch zwischen ein paar zufälligen Übungen und einem gezielten Krafttraining gibt es einen Unterschied.

Damit Muskeln stärker werden und wachsen können, müssen sie einem ausreichend starken Trainingsreiz ausgesetzt werden. Das Prinzip dahinter nennt sich progressive Überlastung: Mit der Zeit solltest du beispielsweise das Gewicht, die Wiederholungen oder die Schwierigkeit einer Übung steigern.

Wenn du über Monate immer dieselben zehn Kniebeugen mit dem gleichen Körpergewicht machst, wird dein Körper irgendwann kaum noch einen neuen Trainingsreiz bekommen. Gerade für Anfänger kann das zunächst trotzdem einen Effekt haben. Langfristig braucht es aber eine Steigerung.

Reichen 15 Minuten Krafttraining?

Frau trainiert zu Hause mit rosa Kurzhanteln und einem Stepper.
Close-up of unrecognizable black woman working out at home with dumbbells and aerobic step © Getty Images

Ja, auch kurze Einheiten können sinnvoll sein. Entscheidend ist weniger, wie lange du trainierst, sondern wie effektiv du die Zeit nutzt.

Wenn du nur 15 Minuten zur Verfügung hast, kannst du beispielsweise mehrere große Muskelgruppen mit Übungen wie Kniebeugen, Liegestützen, Rudern und Planks trainieren. Wichtig ist, dass die Übungen zu deinem Fitnesslevel passen und die Muskulatur ausreichend beanspruchen.

Eine kurze, konzentrierte Einheit ist deshalb durchaus sinnvoller als gar kein Training. Sie ersetzt allerdings nicht automatisch ein umfangreicheres Trainingsprogramm, wenn du konkrete Ziele wie deutlichen Muskelaufbau oder maximale Kraftsteigerung verfolgst.

Was passiert, wenn du zu selten trainierst?

Wer nur gelegentlich trainiert, kann zwar von Bewegung und einzelnen Trainingseinheiten profitieren, wird aber wahrscheinlich langsamer Fortschritte machen. Besonders beim Muskelaufbau spielt die Regelmäßigkeit eine wichtige Rolle.

Die Anpassungsprozesse des Körpers brauchen wiederkehrende Trainingsreize. Werden diese zu selten gesetzt, fällt es schwerer, kontinuierlich stärker zu werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine ausgelassene Woche oder eine längere Trainingspause alle bisherigen Fortschritte zunichtemacht

Wichtig ist auch die Regeneration: Muskeln brauchen Zeit, um sich nach einer intensiven Belastung zu erholen. Mehr Training ist deshalb nicht automatisch besser.

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