Straßenschlachten

Vermummte, Pyro: Gen-Z-Demos drohen zu eskalieren

Polizisten in voller Ausrüstung und ein Wasserwerfer bei Protesten abends in Hamburg.
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Die angekündigten deutschlandweiten Jugendproteste sind angelaufen. Die befürchteten Ausschreitungen gab es in mehreren Städten.
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In zahlreichen Städten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und München versammelten sich zum Protestauftakt Samstagnachmittag jeweils mehrere hundert Menschen. In einigen Städten gab es Verzögerungen. Zu den Protesten in mehr als 30 deutschen Städten hat die Initiative "Gen Z regelt" aufgerufen. Landesweite Teilnehmerzahlen sind bis dato noch keine bekannt. Bei den erhofften friedlichen Kundgebungen kam es aber nicht.

Aufgeheizte Stimmung, erste Verletzte

In Köln musste eine Demo aufgelöst werden. Von einer regelrechten Straßenschlacht mit zahlreichen Vermummten ist die Rede. Mittlerweile rücken auch in Berlin beim Brandenburger Tor die Wasserwerfer an, weil Demonstranten Flaschen in die Menge warfen.

Polizist steht vor brennenden Barrikaden bei Protesten in Hamburg, Rauch füllt die Straße.
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Auch in Hamburg kam es zu Zwischenfällen, Chaoten haben eine Polizei-Barrikade angezündet. Die Beamten setzten Pfefferspray ein. In Hannover wurde eine 58-jährige Frau nach einem Böllerwurf verletzt.

Auch in Frankfurt ist die Stimmung aufgeheizt, in Stuttgart wurden Polizisten mit Eiern beworfen.

Organisatoren sauer

Die Sicherheitsbehörden des Bundes hatten vor den Demonstrationen keine weitergehenden Erkenntnisse zu Gewaltaufrufen oder geplanten gewalttätigen Ausschreitungen bei den geplanten Protesten. Gleichwohl griffen auch "Teile der linksextremistischen Szene sowie vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus" die Aufrufe auf, um sich an der Mobilisierung zu beteiligen, hatte eine Sprecherin des Innenministeriums zuvor gesagt.

Vertreter von "Gen Z regelt" hatten den starken Fokus auf die Sorge vor Gewalt kritisiert. "Das zeigt ja, dass unser Punkt, dass wir nicht ernst genommen werden und nicht gehört werden, auch stimmt. Denn keiner will sich mit uns um die Inhalte kümmern, sondern es ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda", hatte einer der Organisatoren gesagt.

Die Bewegung fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.

Menschenmenge mit Rauch und Fahnen bei einer Demonstration in einer Hamburger Innenstadtstraße.
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Wie viele Menschen am Ende zu den angemeldeten Demonstrationen in 34 Städten kommen, ist offen. Auf der Homepage von "Gen Z regelt" konnte man mit einem einfachen Mausklick angeben, dabei sein zu wollen. Das hatten bis zum Protestbeginn um 14.00 Uhr zwar mehr als 182.100 Menschen getan. Die in den Städten offiziell angemeldeten erwarteten Teilnehmerzahlen sind allerdings deutlich niedriger.

Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstraßen größerer Städte vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert. Mancherorts blieben die Läden wegen des Reformationstages aber ohnehin geschlossen.

Gewalt wird abgelehnt

Die Organisatoren von "Gen Z regelt" rufen ausdrücklich zu friedlichem Protest auf und lehnen jede Form von Gewalt ab. Bei Protesten vor allem in Frankreich war es zu Ausschreitungen mit Gewalt, Plünderungen und Brandstiftung gekommen.

Auf ihrer Website macht "Gen Z regelt" deutlich, dass sie keine extremistischen Gruppen und verfassungsfeindliche Symbole bei ihren Demonstrationen haben wollen. Sie warnen vor Glas und Waffen sowie Provokationen gegenüber der Polizei und weisen auf das für Demonstrationen geltende Vermummungsverbot hin. Von einzelnen Veranstaltungen, die sich ebenfalls auf "Gen Z regelt" berufen, grenzt sich die Gruppierung ab.

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