Wegen Social Media

Trump droht jetzt mit neuem Zoll-Hammer

Ein Mann im Anzug spricht an einem Rednerpult mit US-Flaggen im Hintergrund.
© EPA
Zwischen Deutschland und den USA herrscht dicke Luft. Wegen einer geplanten Abgabe für Tech-Giganten droht Trump mit massiven Strafzöllen, was auch Auswirkungen auf eine Digitalsteuer haben könnte.
OE24 auf Google bevorzugen

Am Donnerstag gaben die EU-Länder in Luxemburg eigentlich grünes Licht für ein weitreichendes Handelsabkommen, um Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen. Doch nun droht der geplante "Plattform-Soli" für Google, Meta und TikTok in Deutschland einen gewaltigen Handelskonflikt auszulösen. Donald Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social mit 100-Prozent-Strafzöllen für europäische Länder, die eine solche Digitalsteuer beschließen. Was Trump dabei offenbar übersieht: Viele europäische Länder haben bereits ähnliche Abgaben eingeführt. In Österreich müssen die großen Tech-Konzerne zum Beispiel schon seit sechs Jahren eine Abgabe von 5 Prozent auf ihre Werbeerlöse zahlen.

Ein Mann am Rednerpult mit Präsidentensiegel, US-Flaggen und Konferenzhintergrund.
© EPA

Streit um die Digitalsteuer

In der deutschen Schwarz-Rot-Koalition wird intensiv über die Einführung diskutiert. Während die Sozialdemokraten vor einiger Zeit noch auf eine klassische Digitalsteuer setzten, treibt der zuständige Politiker Wolfram Weimer das Projekt als zweckgebundene Plattformabgabe voran. Er möchte damit das deutsche Mediensystem stützen und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Das sagt die Politik

Weimer betonte gegenüber der deutschen Bild: "Die Medienregulierung großer Plattformen sollte kein handelspolitisches Thema werden. Uns geht es nicht um einseitige Diskriminierungen von US-Firmen, sondern um faire Wettbewerbsbedingungen und einen vielfältigen Medienmarkt für alle. Der diskutierte Plattform-Soli ist ganz bewusst nicht als Steuer konzipiert, sondern als zweckgebundene Abgabe." Durch Trumps harte Drohung ist die Umsetzung des geplanten EU-Zolldeals nun jedoch massiv gefährdet, obwohl ein mühsam vereinbartes Sicherheitsnetz die Vorteile eigentlich an die vollständige Umsetzung durch die USA koppeln sollte.

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