99 Hütten startklar

Schönbrunner Weihnachtsmarkt startet mit einigen Überraschungen

Beleuchteter Stern mit „Willkommen“ am Weihnachtsmarkt vor Schloss Schönbrunn bei Nacht.
© Weihnachtsmarkt Schloss Schönbr
In Schönbrunn laufen die letzten Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt, der am Freitag eröffnet wird und einige Neuerungen zu bieten hat.
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Bis zuletzt wurde vor dem Schloss Schönbrunn geschraubt, gehämmert und dekoriert, damit am Freitag pünktlich zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts alles fertig ist. Einen Tag vor der Eröffnung hat der Veranstalter Imperial Markets zu einem Rundgang über das Gelände eingeladen. Geschäftsführerin Katrin Edtmeier hat dabei Einblicke in die aufwendigen Vorbereitungen gegeben und verraten, welche Neuheiten auf die Besucher warten.

Wie viel Arbeit hinter dem Aufbau des Weihnachtsmarkts steckt, zeigen schon die beachtlichen Zahlen. Rund 200 Sattelschlepper-Ladungen Material wurden nach Schönbrunn gekarrt, knapp 14 Kilometer Kabel verlegt. Für die 99 Marktstände, die aus exakt 1.987 einzelnen Hüttenteilen bestehen, wurde an rund 63.800 Schrauben gedreht und 2.762 Liter Farbe verarbeitet. Auch bei der Platzierung der Hütten wurde nichts dem Zufall überlassen. Mithilfe von 400 GPS-Messpunkten wurde genau festgelegt, wo jede einzelne stehen soll.

Gleich am Eingang empfängt die Besucher wieder das zwölf Meter hohe und 16 Meter breite Sternenportal, das ein besonders beliebtes Fotomotiv ist. Damit die gewaltige Konstruktion nicht vom Winde verweht wird, sind rund zwölf Tonnen zusätzliches Gewicht notwendig.

Schloss soll nicht im Trubel untergehen

Das Erscheinungsbild des Weihnachtsmarktes musste eng mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt werden. Deshalb sind die Holzhütten wie das Schloss selbst in Elfenbeinweiß gehalten. Gleichzeitig wurde bei der Planung darauf geachtet, dass die Sicht auf die historische Fassade möglichst frei bleibt.

Frau im pinken Mantel hält zwei Tassen vor dem Weihnachtsbaum am Schloss Schönbrunn.
Organisatorin Katrin Edtmeier präsentiert die Sissi- und Franzerl-Häferl. © TBauer

Wer befürchtet, auf dem Markt hauptsächlich Punsch- und Essensstände vorzufinden, kann laut Edtmeier übrigens beruhigt sein. "Wir dürfen maximal ein Drittel Gastronomiestände haben." Ein weiteres Drittel ist dem Kunsthandwerk vorbehalten, der Rest ist für den Verkauf von regionalen Handelswaren vorgesehen.

Neuer Sternensalon mit Dachterrasse

Holzbau mit Schriftzug "STERNENSALON", zwei Personen auf dem Dach, Aufbauarbeiten im Gange.
Die neue Eventlocation "Sternensalon" direkt auf dem Weihnachtsmarkt. © TBauer

Die auffälligste Neuerung befindet sich unmittelbar neben den Eisstockbahnen: der Sternensalon. Er besteht aus 26 vollständig mit Holz verkleideten Containern. Die beheizte Eventlocation verfügt über eine eigene Bar und kann gemeinsam mit der angrenzenden Panorama-Terrasse für Feiern mit bis zu 250 Gästen gebucht werden.

Mehrere Personen bauen Holzkonstruktionen für den Weihnachtsmarkt Schönbrunn auf.
Letzte Arbeiten auf der Dachterrasse des Sternensalons. © TBauer

Wenn der Sternensalon nicht für eine Feier reserviert ist, steht er samt Panorama-Terrasse allen Besuchern offen. Ein neuer Selfie-Hotspot lässt allerdings noch auf sich warten. Auf der Terrasse soll eine vier Meter hohe "Mini"-Version des Sternenportals aufgestellt werden. Weil das Element bei einem Unfall beschädigt wurde und derzeit repariert wird, wird es bei der Eröffnung noch fehlen.

36.000 LEDs lassen Christbaum leuchten

Eine besondere Überraschung verspricht heuer auch der 19 Meter hohe Weihnachtsbaum aus Pressbaum, der mit etwa 2.000 Christbaumkugeln und 3,6 Kilometern Lichterketten geschmückt wurde. Erstmals können die 36.000 LEDs des Christbaums einzeln angesteuert werden, sodass sich besondere Lichteffekte erzeugen lassen.

Großer Weihnachtsbaum mit Lichtern vor Schloss Schönbrunn und leeren Marktständen.
Besondere Beleuchtungseffekte dank direkt ansteuerbarer LEDs. © TBauer

Die Illuminierung dürfte daher jedenfalls ein besonderes Spektakel werden. Für den musikalischen Rahmen sorgen heuer rund 50 Konzerte mit Chören, Blasmusikgruppen und kleineren Ensembles, die an ausgewählten Tagen vor dem Christbaum auftreten.

Punsch ab 5,50 Euro und viel Programm für Kinder

Trotz der allgemeinen Teuerung soll der Weihnachtsmarkt für Familien leistbar bleiben. Ein einfacher Punsch kostet weiterhin 5,50 Euro, für einen Bio-Punsch werden 6 Euro verlangt. Bei den Speisen haben sich die gestiegenen Einkaufskosten hingegen teilweise auf die Preise ausgewirkt. Wer etwas Warmes essen möchte, bekommt beispielsweise in der Wiener Alm eine ausgezeichnete Wiener Gulaschsuppe um 10 Euro.

Ein Mann serviert Suppe an einem Stand auf dem Schönbrunner Weihnachtsmarkt.
In der Wiener Alm bekommt man eine sensationelle Gulaschsuppe serviert. © TBauer

Für Kinder gibt es auf dem Weihnachtsmarkt jede Menge zu erleben. Auf dem 450 Quadratmeter großen Eislaufplatz darf man täglich bis 14 Uhr gratis seine Runden drehen. Schlittschuhe können vor Ort ausgeborgt werden, für die Kleinsten gibt es zudem kostenlose Helme und spezielle Kufen.

Für Abwechslung sorgen außerdem ein Riesenrad, zwei Karusselle, eine Kindereisenbahn und eine kostenlose Rätselrallye. Im "Holzzirkus" können unter Anleitung eigene Figuren aus Holz gestaltet werden. Neu im Programm ist die Eisdisco, die regelmäßig auf dem Eislaufplatz stattfindet.

Kinder und Jugendliche posieren fröhlich auf einem Heuballen vor dem Schloss Schönbrunn.
Auf spielerische Weise lässt sich im Strohlabyrinth der Orientierungssinn testen. © Manfred Szieber

Besonders angetan ist Edtmeier vom Strohlabyrinth, für das rund 14 Tonnen Stroh benötigt werden. "Gib Kindern ein paar Strohballen und sie sind zehnmal glücklicher als mit dem Handy", so Edtmeier. Neben den bekannten Attraktionen gibt es heuer eine verkleinerte Nachbildung der Weihnachtskrippe aus Mörbisch sowie die mehr als 300 Quadratmeter große Lindt-Erlebniswelt "Golden Christmas" mit Lichtinstallationen und Schokolade.

Ökostrom für das gesamte Weihnachtsdorf

Der erwartete Strombedarf des Weihnachtsmarkts liegt bei rund 265.000 Kilowattstunden. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von 75 durchschnittlichen Wiener Haushalten. Der Strom stammt vollständig aus erneuerbaren Energiequellen in Österreich. Der Eislaufplatz und die Eisstockbahnen kommen wegen ihrer Kunststoffoberflächen ohne laufende Kühlung aus.

Der größte Besucherandrang wird am zweiten und dritten Adventwochenende erwartet. An den stärksten Tagen werden sich bis zu 40.000 Menschen vor dem Schloss tummeln. Geöffnet bleibt das Weihnachtsdorf bis zum 6. Jänner 2027 täglich.

Der Schönbrunner Weihnachtsmarkt hat bis 23. Dezember von 10 bis 21 Uhr geöffnet, am Heiligen Abend von 10 bis 16 Uhr und vom 25. Dezember bis 6. Jänner jeweils von 10 bis 19 Uhr.

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