Umbenennung

Schlagerstar Nicole sorgt für neue ESC-Debatte

Nicole
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Sängerin Nicole geht mit dem modernen Eurovision Song Contest hart ins Gericht und fordert wegen des übertriebenen Fokus auf die Optik eine radikale Umbenennung des Bewerbs.
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Sie holte einst den ersten Triumph für Deutschland und prägte eine ganze Musikgeneration: Nun sorgt Schlagersängerin Nicole mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber dem heutigen Eurovision Song Contest für Aufsehen in der Musikwelt.

Es war das Jahr 1982, als die damals blutjunge Nicole mit ihrer Hymne "Ein bisschen Frieden" Musikgeschichte schrieb und den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson erstmals nach Deutschland holte. Mehr als vier Jahrzehnte später blickt die heute 61-Jährige mit einer gehörigen Portion Wehmut und deutlicher Kritik auf das gigantische Musikspektakel von heute. Für die Musikerin hat sich das Event schlichtweg zu weit von seinen eigentlichen Wurzeln entfernt.

"European Show Contest" statt Liederwettbewerb

Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen fand die Sängerin klare Worte für die Entwicklung des Megaspektakels. Der Fokus habe sich drastisch verschoben, kritisiert die Künstlerin: "Ich vermute, es geht immer mehr in die Richtung: Wer macht die irrste Show. Ich habe schon gesagt, man sollte den ESC umbenennen - in European Show Contest."

Der Kern der traditionsreichen Veranstaltung sei über die Jahre regelrecht auf der Strecke geblieben. Der ESC sei eigentlich ein Lieder-, Autoren- und Komponistenwettbewerb – "aber davon ist nicht mehr viel übrig geblieben", bilanziert Nicole sichtlich enttäuscht über den Wandel der Zeit.

Spirituelle Kraft: Ein ganz besonderer Segen

Abseits der harten Kritik am Musikgeschäft gab sich die Sängerin im Interview aber auch von ihrer zutiefst spirituellen und verletzlichen Seite. Nicole, die sich selbst als sehr gläubigen Menschen bezeichnet, erinnerte sich an eine tiefgreifende Begegnung, die ihr bis heute Kraft schenkt: Ein Treffen mit Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011 im Vatikan.

"Ich war 2011 bei Papst Benedikt in Rom und habe ihm meine Hände gereicht", erzählte die Musikerin. "Ich habe ihm ein silbernes Kreuz, ein kleines Engelchen, unsere Eheringe und meinen Talisman, einen Wolfszahn, gereicht und ihn gebeten, mich, meinen Mann und die Gegenstände zu segnen."

Diese Minuten im Vatikan haben sich tief in das Gedächtnis der Schlagersängerin eingebrannt: "Das war unbeschreiblich. Von diesen Händen ging so eine Wärme aus. Dann machte er ein Kreuz auf meine Stirn."

Für Nicole war dieser Moment ein Wendepunkt und ein spiritueller Schutzschild für die Zukunft. Nach der Audienz habe sie zu ihrem Ehemann gesagt: "Jetzt kann mir nichts mehr passieren. Und wenn mir doch etwas Schlimmes passieren sollte, wird es gut ausgehen." Ein Urvertrauen, das sie bis heute durchs Leben trägt: "Und so kam es. Ich bin echt eine Kämpferin."

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