Dramatik pur

Kroatien fühlt sich von Schiri betrogen

Schiedsrichter in orangem Trikot steht auf dem Fußballfeld, Spieler und Zuschauer im Hintergrund.
© EPA
Ein Spiel voller Emotionen: Portugal geht in der 94. Minute in Führung. Plötzlich die Sensation - Gvardiol trifft für Kroatien in der 113. Minute, aber das Tor wird aberkannt. Experten rund um die Welt hinterfragen die Entscheidung.
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Zunächst sah es so aus, als ob Gvardiol beim ursprünglichen langen Zuspiel nicht im Abseits stand, da mit bloßem Auge und in den ersten Wiederholungen kein weiterer Ballkontakt zu erkennen war.

Technik macht Abseits sichtbar

Die VAR-Technologie brachte jedoch die Wahrheit ans Licht: Ein im Ball integrierter Sensor, der Bewegungsdaten und Beschleunigung 500 Mal pro Sekunde erfasst, konnte eine minimale Ballberührung durch den kroatischen Einwechselspieler Igor Matanovic nachweisen. Auf den VAR-Bildern wurde dieser feine Kontakt in Form eines Ausschlags auf einer Audio-Wellenlänge visualisiert – ähnlich wie bei Technologien im Cricket.

Weil Matanovic den Ball leicht mit dem Kopf touchierte, galt dieser Moment als neuer Zeitpunkt der Ballabgabe. Genau in dieser Millisekunde befand sich Gvardiol im Abseits, wodurch der Treffer korrekterweise annulliert wurde. Die von der FIFA und Adidas entwickelte Technik liefert dem Videoassistenten (VAR) präzise Echtzeitdaten. Sie hilft entscheidend dabei, den exakten Moment eines Ballkontakts festzustellen, um halbautomatische Abseitsentscheidungen schneller und präziser zu treffen sowie andere strittige Szenen wie Handspiele fehlerfrei bewerten zu können.

Das Spiel war an Dramatik  kaum zu übertreffen. Die Kroatien-Legende Modric muss nun betrübt über das knappe Ausscheiden nach Hause reisen - und das bei seiner letzten WM...

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