Wegen Tierquälerei

Papageien ausgesetzt: 38-Jähriger muss vor Gericht

Ein Papagei mit grünem Kopf und großem Schnabel sitzt in einem Käfig auf einer grauen Decke.
© Tierengel Austria Tierrettung/KK
Sechs Tiere konnten gerettet werden, ein weiteres wurde nun tot gefunden. Am 9. November muss sich der Mann vor Gericht verantworten.
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Vöcklabruck. Nach dem Aussetzen mehrerer tropischer Papageien im Bezirk Vöcklabruck muss sich ein 38-jähriger Mann aus dem Bezirk Wels-Land wegen Tierquälerei vor Gericht verantworten. Der Prozess ist für den 9. November am Landesgericht Wels angesetzt. Von mindestens acht ausgesetzten Vögeln konnten sechs gerettet werden. Ein weiterer Papagei wurde inzwischen tot aufgefunden.

Der Fall hatte Anfang September für Aufsehen gesorgt. Der Beschuldigte soll die tropischen Vögel in einem Wald nahe Schlatt ausgesetzt und damit ihrem Schicksal überlassen haben. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden hätten die Tiere unter den dortigen klimatischen Bedingungen nicht selbstständig überleben können.

Radfahrer entdeckte ausgesetzten Papagei

Bekannt wurde der Vorfall durch einen Radfahrer, der Anfang September während einer Tour einen Papagei in einem Gebüsch entdeckte. Er verständigte daraufhin die Tierrettung. In den darauffolgenden Tagen gelang es den Tierschützern, insgesamt sechs der ausgesetzten Vögel einzufangen und in Sicherheit zu bringen.

Die geretteten Papageien wurden gemeinsam bei einer Pflegeperson untergebracht. Nach Angaben der Tierschutz Initiative Innviertel haben sich die Tiere dort bislang gut erholt. Zwei weitere Papageien blieben zunächst verschwunden. Einer davon wurde zwar mehrfach gesichtet, konnte jedoch nicht eingefangen werden.

Ein grüner Papagei sitzt auf einem Seil, im Hintergrund ein weiterer roter Papagei.
Sechs Papageien konnten zum Glück noch rechtzeitig gerettet werden. © Tierschutz Initiative Innviertel

Siebter Papagei tot aufgefunden

In dieser Woche wurde nun einer der beiden vermissten Vögel tot entdeckt. Eine Frau fand den Papagei unter gemähtem Gras. Damit sind von den mindestens acht ausgesetzten Tieren sechs gerettet worden, eines ist gestorben. Der achte Papagei wird weiterhin vermisst. Die genauen Umstände des Todes wurden nicht bekannt gegeben.

Ein toter grüner Papagei liegt auf einer schwarzen Plastikfolie.
Einer der beiden vermissten Vögel wurde diese Woche tot aufgefunden. © Tierengel Austria Tierrettung/KK

Bis zu zwei Jahre Haft möglich

Der mutmaßliche Verantwortliche muss sich am 9. November wegen Tierquälerei vor dem Landesgericht Wels verantworten. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 38-Jährigen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Nach den vorliegenden Informationen soll der Mann bereits mehrfach vorbestraft sein und Verbindungen zur Drogenszene haben.

Laut Gericht läuft aufgrund früherer Verurteilungen derzeit noch eine Bewährungsfrist. Ob diese Vorstrafen im bevorstehenden Verfahren berücksichtigt werden, liegt in der Entscheidung des zuständigen Gerichts. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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