Rätsel um Dauerton

Mysteriöse Störgeräusche um russische Botschaft in Wien

Die russische Botschaft in Wien hinter einem Zaun, mit Bäumen und wehender russischer Flagge.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Die deutsche Botschaft fühlt sich gestört, die russische Botschaft hat nichts bemerkt.
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Wien. Ein obskurer Lärm beschäftigt Anrainer und Diplomatinnen im Wiener Botschaftsviertel: Im Umfeld der russischen Botschaft in Wien-Landstraße ist seit Wochen ein nicht klar zu identifizierendes Geräusch zu vernehmen, das in der deutschen Botschaft als störend empfunden wird. In der russischen Botschaft erklärte man indes auf APA-Anfrage, keinerlei Lärm zu empfinden. Mittlerweile wurde jedoch laut österreichischem Außenministerium beim Magistrat Wien eine Beschwerde eingebracht.

Das surrende Geräusch mit auffälliger Komponente um etwa 790 Hertz ist zwar in einem größeren Umfeld deutlich wahrnehmbar, am lautesten ist es im öffentlichen Raum an einem aktuellen diplomatischen Hotspot von Wien zu hören - auf der Straße zwischen der deutschen und der russischen Botschaft. "Es gibt eine Geräuschentwicklung in der Reisnerstraße und das ist störend", bestätigte Ende vergangener Woche eine deutsche Botschaftssprecherin der APA. Das Geräusch klinge nach einem Generator, vielleicht sei das ein größerer Stromverbrauch, spekulierte sie. Auf die Frage nach einem etwaigen Sicherheitsrisiko sagte sie: "So weit würde ich jetzt nicht gehen."

Team der russischen Botschaft ohne Wahrnehmung

Keine Wahrnehmungen zum Geräusch gibt es in der russischen Botschaft. "Wir können bestätigen, dass wir keinerlei Lärm empfinden und keine Beschwerden von der Nachbarschaft dazu bekommen haben", beantworte das Botschaftsteam schriftlich eine APA-Anfrage am Montag. Die Botschaft habe zudem keine Geräte, die einen solchen Lärm mit der genannten Frequenz verursachen könnten. Eventuell sei er auf Bauarbeiten zurückzuführen, die derzeit in der Nähe der Botschaft durchgeführt würden.

Wenige Stunden nach der russischen Erklärung war das Störgeräusch nach APA-Beobachtungen weiterhin unverändert zu hören. Ohne dass sie dies belegen könnten, spekulierten Anrainer zuletzt, dass das Geräusch vom Areal der russischen Botschaft seinen Ausgang nehmen könnte. Ein mögliches Indiz: Jenes Gebäude der Botschaft, vor dem das Geräusch am lautesten zu hören ist, zeichnet sich durch eine eigenartige Dachkonstruktion aus, unter der vor einigen Jahren irgendetwas verdeckt und versteckt werden sollte. Aktenkundig ist jedenfalls ein Fall aus dem Jahr 2013. Damals habe es bei dieser Liegenschaft ein Problem gegeben, erklärte eine Sprecherin der Wiener Baupolizei auf APA-Nachfrage. "Da war ein Klimagerät wohl sehr laut", sagte sie.

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