Stieglbahn-Aus!
Lkw statt Zug: Stiegl beendet 100-jährige Ära
In der Stadt Salzburg soll der Güterverkehr auf der 3,4 Kilometer langen Stieglbahn mit Jahresende eingestellt werden. Wie am Donnerstag Medien berichten, will die Stieglbrauerei in Zukunft auf Lkw statt auf Schiene setzen - wegen der geringeren Kosten, aber auch aus Gründen von Flexibilität und Planungssicherheit. Kritik kommt aus der Politik: Mit der Einstellung des Betriebs drohe die Konzession verloren zu gehen, was ein generelles Aus für die Strecke bedeuten könnte.
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Über das im Jahr 1919 eröffnete Stichgleis wurde vor allem Braumalz für die Brauerei angeliefert. Anfangs gehörten Waggons und Lokomotiven noch Stiegl selbst, zuletzt war seit 2020 die Salzburger Eisenbahn Transportlogistik (SETG) für den Betrieb verantwortlich. Drei bis fünf Waggons pro Woche führte das Unternehmen über das Gleis zur Brauerei, was rund 40 Lkw-Fahrten entspricht. Zweiter SETG-Kunde am Abschnitt ist derzeit das Altpapier-Entsorgungsunternehmen Papyrus, das zuletzt 80 bis 100 Waggons im Jahr beförderte.
Das Stieglgleis wird nur von Güterzügen befahren. Seit 1988 wäre es aber auch für den Personenverkehr zugelassen. Zwar gibt es seit Jahren immer wieder Pläne, das Gleis für den öffentlichen Verkehr zu nutzen, das Projekt kam aber nie wirklich auf Touren. Die Stieglbahn wäre zwar ein Teil der geplanten Stadtregionalbahn S-Link gewesen, das Projekt wurde aber im November 2024 durch eine Volksbefragung abgesagt.
Land will Infrastruktur erhalten
Betriebseinrichtungen wie Gleise und Signalanlagen der Stieglbahn gehören einer Tochtergesellschaft von Brauerei-Chef Heinrich Dieter Kiener. Was künftig mit der Strecke passiert, ließ Stiegl aber offen. "Es wird kommende Woche ein Gespräch mit dem Unternehmen geben", sagte der für Verkehr zuständige Landeshauptfraustellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) zur APA. Dass die Brauerei vom Aus abgehe, glaube er aber nicht. "Das ist eine Entscheidung des Unternehmens. Ziel muss es aber sein, die Infrastruktur zu erhalten. Für bestehende andere Kunden und mögliche zukünftige Kunden."
Auch die Salzburger Grünen warnten am Donnerstag: "Wird der Betrieb eingestellt, dann geht auch die Konzession verloren, was wohl generell das Aus für diese Strecke bedeuten würde", teilte Verkehrsstadträtin Anna Schiester mit. Vielmehr brauche es eine Zukunftsperspektive für die Stieglbahn. "Und zwar sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr". Genauso forderte auch die KPÖ Plus eine Stärkung der Schiene. In der Nähe der Brauerei werden bald hunderte neuer Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen, was den Bedarf an besseren Verkehrslösungen steigen lassen werde.
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