TV-Star im Talk

Evelyn Burdecki: "Warum sind die Menschen so gemein?"

© Chris Singer
Von der Kellnerin zur Entertainment-Queen, von den MADONNA Beauty Days zum Fotoshooting im Out-of-bed-Style: Evelyn Burdecki hautnah.
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Andere Stars brauchen vor einem Fotoshooting erst einmal zwei Stunden in der Maske. Evelyn Burdecki? Sie kommt gleich im Pyjama! Nachdem die quirlige TV-Blondine als Stargast bei den MADONNA Beauty Days für jede Menge Wirbel, Lacher und strahlende Gesichter gesorgt hatte, holten wir sie am nächsten Morgen für unser Shooting im Hotel Le Meridien Vienna quasi direkt aus dem Bett. (Fast) ungeschminkt, ungefiltert, herrlich natürlich – und natürlich bestens gelaunt! Denn wer glaubt, dass die 38-Jährige auch privat ständig perfekt gestylt durchs Leben läuft, irrt gewaltig. Make-up? Hat sie nach eigener Aussage noch nie selbst gekauft!

Im Bett mit Burdecki

Die Show-Queen im MADONNA-Shooting (Hair- & Make-up: Isabelle Richter-Jamm, 
Styling: Mike York/Perfect Props, Location: 
Hotel Le Meridien Vienna) © Chris Singer

Dabei gehört Burdecki längst zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Unterhaltungsbranche. Von der Kellnerin zum Reality-Liebling, Dschungelkönigin und gefeierten TV-Star – ihre Karriere ist so bunt wie ihre Persönlichkeit. Ihr Erfolgsrezept? Eine ordentliche Portion Selbstironie, ein großes Herz und die wunderbare Fähigkeit, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Im MADONNA-Talk spricht die Düsseldorfer Frohnatur über Selbstliebe statt Schönheitswahn, Beauty-Treatments, fiese Kommentare und ihren ganz persönlichen Kampf mit dem Dating-Dschungel. Denn so viel sei verraten: Während sie beruflich auf der Überholspur ist, lässt der Traumprinz noch immer auf sich warten. Aber auch darüber kann Evelyn herzlich lachen!

“In der Schule hatte ich schon Panik, wenn ich an die Tafel musste.”

Evelyn Burdecki

Bei den MADONNA Beauty Days haben Sie auf der Bühne für Furore gesorgt. Bei solchen Auftritten sind Sie immer topgestylt – mit Make-up und perfekt gemachten Haaren. Was kaum jemand weiß: privat tragen Sie nicht mal Make-up...

Evelyn Burdecki: Ja, stimmt! Morgens wasche ich mein Gesicht, putze die Zähne, kämme die Haare und gehe so raus. Gegen zwölf kommt bei mir dieser Fett-Glow, weil meine T-Zone glänzt. Dann denke ich: Wow, ich brauche eigentlich gar kein Make-up! Ich habe tatsächlich noch nie in meinem Leben Make-up gekauft. Ich kann mich nämlich überhaupt nicht gut schminken. Für Shows habe ich meine Visagistin – und so wie die würde ich das niemals hinbekommen. Also bleibe ich privat einfach ungeschminkt.

Und was ist für Sie ein No-Go, wenn Sie von einer/einem professionellen Visagistin/Visagisten geschminkt werden?

Burdecki: Zu viel Puder! Ich mag es, wenn die Haut ein bisschen glänzt. Lippenstift dagegen ist mir total wichtig, auch privat. Meine Lippen sind von Natur aus so hell, dass man sie morgens fast gar nicht sieht.

Zum Strahlen gehört vor allem auch Selbstbewusstsein. Sind Sie sehr selbstbewusst?

Burdecki: Schon, aber ich bin auch oft nervös. In der Schule hatte ich schon Panik, wenn ich an die Tafel musste. Dieses "Alle Augen auf mich" macht mich bis heute aufgeregt. In Unterhaltungsshows kann ich herumspringen und sein, wie ich bin. Bei Bühnenauftritten oder Talkshows bin ich viel nervöser, besonders im kleinen Kreis. Dann bekomme ich rote Flecken am Dekolleté. Früher wurde sogar mein Gesicht rot.

Mit der Zeit hat sie sich selbst immer mehr geliebt

Evelyn im Pyjama von Even&Odd by Zalando und High Heel Sandalette von Sims London via Zalando. © Chris SInger

Aber leiden Sie manchmal unter Selbstzweifeln?

Burdecki: Nein, mit der Zeit habe ich mich immer mehr selbst geliebt. Selbstrespekt ist gerade für uns Frauen wichtig. Jeder Mensch ist schön, jeder ist anders, und das ist gut so. Und: Für jeden Topf gibt es einen Deckel!

Wann haben Sie diese Selbstliebe entdeckt?

Burdecki: So gegen Ende zwanzig. Wichtig ist doch, dass man sich innerlich und äußerlich wohlfühlt und nicht auf die Meinung anderer hört. Wenn jemand sagt: "Evelyn, du hast ein geschwollenes Gesicht, du hast zugenommen", dann soll er eben meckern. Ich liebe Essen und habe mein Leben lang einen Jo-Jo-Effekt. Soll ich auf gutes Essen verzichten, nur damit andere nichts zu kritisieren haben? Nein! Essen macht viel mehr Spaß. Ich finde einfach, man muss zu sich stehen. Und das tue ich heute mehr denn je.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg zur Selbstliebe unterstützt?

Burdecki: Meine besten Freunde kenne ich, seit ich zehn bin. Die kennen mich ungeschminkt und haben dann schon manchmal zu mir gesagt: "Du arbeitest im Fernsehen, style dich doch mal richtig, die Leute wollen Selfies!" (lacht) Aber das Wichtigste ist: Sie sind auch an schlechten Tagen für mich da. Niemand ist perfekt, wir haben alle Ecken und Kanten. Und es ist schön, wenn man Menschen um sich hat, die diese genauso lieben.

Out of Bed! Pyjama und Armreif Pandora von Even&Odd by Zalando. © Chris Singer
“Was mich traurig macht? Wenn mein Magen knurrt und ich keine Zeit zum Essen habe!”

Evelyn Burdecki

Wenn man in der Öffentlichkeit steht, ist man ja auch oft mit sehr harter, bösartiger Kritik konfrontiert. Tun Ihnen solche weh?

Burdecki: Am Anfang habe ich mich gefragt: Warum sind Menschen so gemein? Was habe ich getan? Irgendwann dachte ich, vielleicht sind die selbst traurig oder unsicher. Ich wollte sie am liebsten auf einen Kaffee einladen. Heute lache ich manchmal darüber. Wenn ich eine Pizza mehr gegessen habe, heißt es gleich: "Bist du schwanger?" Oder: "Wie siehst du denn aus?" Manche Nachrichten sind so verrückt! Aber Gemeinheiten nehme ich inzwischen wirklich als Witz und lache darüber.

Was macht Sie im Leben traurig?

Burdecki: Wenn mein Magen knurrt und ich keine Zeit zum Essen habe! (lacht) Dann sage ich: "Evelyn, stopp, hol dir einen Döner oder Pommes!" Aber ernsthaft: Mich macht traurig, wenn Menschen wegen ihres Aussehens fertiggemacht werden. Ich wünsche mir, dass wir Frauen zusammenhalten und sagen: Wir sind schön, so wie wir sind.

Sie haben es von der Kellnerin zum TV-Star geschafft – wie lautet Ihr Erfolgsgeheimnis?

Burdecki: Ich vergesse manchmal, dass mich so viele Menschen kennen. Ich nehme mich nicht zu ernst, kann über mich lachen und weiß, wo ich herkomme. Ich bin nicht reich aufgewachsen, aber mit viel Liebe. Ich wollte nie eine andere Evelyn werden, nur weil ich im Fernsehen bin. Mein Credo lautet auch: Wenn ich mich irgendwann selbst nicht mehr wiedererkenne, wäre das Business nichts mehr für mich.

"Pass auf", sagten ihre Eltern am Anfang ihrer Karriere

Burdecki im Hemd von The Frankie Shop via Amicis Deuxieme; Pantolette von Steve Madden und Cozy Bag mit Charms sowie Hobo Bag von Kate Gray bei Humanic.) © Chris Singer

Haben sich Ihre Eltern Sorgen gemacht, als Sie ins Showgeschäft eingestiegen sind?

Burdecki: Total! Sie sind ja eher konservativ und haben sich bei manchen Shows Sorgen gemacht. Sie sagten: "Pass auf, nicht jeder will dir Gutes. Wenn es dir nicht guttut, kannst du studieren oder wieder kellnern." Kellnern hat mir früher Riesenspaß gemacht! Sie waren immer für mich da. Aber als meine Eltern merkten, dass ich im TV genauso bin wie zu Hause, machten sie sich eher Sorgen um die Zuschauer: "Die werden noch crazy durch Evelyn!" (lacht)

Sie sagen, Sie wollen sich nicht verändern. Was ist bei Beauty-Treatments trotzdem erlaubt – Botox, Filler?

Burdecki: Ich mache viele Treatments, besonders Microneedling. Das gibt Glow, kleinere Poren und straffere Haut. Ich versuche, auf natürliche Weise Frische zu bekommen. Dezent finde ich Filler bei Freundinnen schön – für mich ist das nichts, weil ich ja von Natur aus ein Mondgesicht habe, genau wie mein Papa. Mit zu viel Filler wäre es irgendwann eine Sonne! (lacht) Ich mag aber zum Beispiel solche Behandlungen wie Lachssperma gegen Fältchen. Also ich bin da schon experimentierfreudig und lasse mich gerne beraten.

“Ich freue mich auch auf die Fünfziger, Sechziger, Siebziger. Ich denke, jedes Alter hat seinen ganz eigenen Reiz.”

Evelyn Burdecki

Macht Ihnen das Älterwerden Angst, gerade im Fernsehgeschäft?

Burdecki: Überhaupt nicht! Man ist so jung, wie man sich fühlt. Wenn man sich innerlich wohlfühlt und strahlt, überstrahlt das die Fältchen. Wichtig sind Abschminken, Feuchtigkeitscreme und Serum. Ich mag leichtes Feuchtigkeits-Make-up. Zu viel Puder betont die Fältchen. Jetzt bin ich wieder beim Thema Puder! (lacht) Fest steht: Ich freue mich auch auf die Fünfziger, Sechziger, Siebziger. Ich denke, jedes Alter hat seinen ganz eigenen Reiz.

Am liebsten hätte Evelyn jetzt schon Zehnlinge...

Starker Auftritt im Abendmantel von Intimissimi, Top & Hose: Alice + Olivia via Amicis Deuxieme. © Chris Singer

Haben Sie abseits des Showgeschäfts noch einen Traum, vielleicht einen Plan B?

Burdecki: Ich würde sehr gerne ein Buch schreiben! Das reizt mich sehr. Über meine Karriere, meine Gefühle und darüber, wie es ist, als Frau in dieser verrückten Welt zu leben. Ich erlebe heute viel Frauenpower und gegenseitige Unterstützung, das würde ich gerne an andere – vielleicht auch jüngere Frauen, die noch nicht so im Leben stehen – weitergeben.

Und was möchten Sie über Ihre Gefühle schreiben oder erzählen?

Burdecki: Über meine ganzen verkackten Dates! (lacht) Ich bin ja leider immer noch Single. Manchmal frage ich mich: Bin ich zu anstrengend? Ist es meine Stimme? Was ist da draußen los? Viele Frauen kennen solche kurzen Beziehungen. Vielleicht bin ich auch zu stark. Ich hatte mal jemanden, der damit echt nicht klarkam. Manche Männer mögen keine selbstbewussten Frauen. Dann sind sie bei mir aber sowieso falsch.

Würden Sie auch gerne einmal eine Familie, sprich Kinder haben?

Burdecki: Total! Am liebsten hätte ich jetzt schon Zehnlinge. (lacht) Gibt es überhaupt einen Kinderwagen für zehn? Den müsste man wahrscheinlich anfertigen lassen! Aber im Ernst: Das ist natürlich ein großer Traum. Aber zuerst brauche ich mal den richtigen Mann dafür.

Sie sind beruflich sehr viel unterwegs. Wo sehen wir Sie als Nächstes im Fernsehen?

Burdecki: Ich bin wie eine Überraschungstüte: mal hier, mal da. Einfach den Fernseher einschalten!

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