Cozy Crime

Ein (fast) perfektes Hotel

Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Café und unterhalten sich miteinander.
© Haymon Verlag / Janine Guldener
DAS HOTEL AM RANDE DES ZUSAMMENBRUCHS von Theresa und Joseph Prammer.
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Das "Hotel Perfekt" bei Reichenau an der Rax ist ganz anders, als es sein Name vermuten lässt. Es ist eine Bruchbude, in der nur die Fassade nach außenhin perfekt gewahrt wird. Und zwar vom Hoteldirektor, Felix Perfekt. Dieser strebt einen lukrativen Deal mit einem Investor an, doch bevor es dazu kommt, verliert Perfekt seinen Kopf, leider wortwörtlich.

Hotel-Angestellte verbergen Geheimnisse

Die illustre Runde der Angestellten, darunter die falsche Physiotherapeutin Sophie, der verkappte Autor und Portier Martin oder Martha, Zimmermädchen und Perfekts Gespielin, versucht, den Deal zu retten. Wie praktisch, dass Perfekt einen Zwillingsbruder hat ...

Buchcover: „Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs“ vor gelbem Streifenhintergrund und einem alten Hotel.
Prammer © Haymon

Schmäh mit Schreck

Die erfolgreiche österreichische Autorin Theresa Prammer (zuletzt erschienen von ihr die Titel Schattenriss und Falsche Masken ihrer Wien-Krimireihe rund um das Ermittlerteam Toni Lorenz und Edgar Brehm) hat zusammen mit ihrem Ehemann Joseph den Krimi Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs verfasst.

Dreamteam. Wie genau die Zusammenarbeit für die beiden war, hat sie uns im oe24-Buchtalk (siehe unten) verraten. Auf der Theaterbühne sind die Prammers schon länger ein Dreamteam - seit 2006 leiten sie die Komödienspiele Neulengbach und sind vor wie hinter der Sommerbühne tätig. Wer nun bald ins Hotel Perfekt eincheckt, wird merken, hier wechselt sich Schmäh mit Schreck ab, Irrungen und Wirrungen sorgen für Spannung. Theresa und Joseph Prammer ist ein kurzweiliges Lesevergnügen gelungen - perfekt für den Sommer.

“Eine gute Geschichte braucht Reibereien, sonst wird es fad”

Theresa Prammer

Theresa Prammer im oe24 Buchtalk

Liebe Theresa und lieber Joseph, ihr habt zusammen einen Krimi verfasst. Wie kam es dazu und: Hand aufs Herz: Wie oft habt ihr während der Zusammenarbeit an Scheidung gedacht?

Erstaunlich selten. Nach mehr als zwanzig Jahren Ehe und mehreren gemeinsam geschriebenen Theaterstücken wissen wir, eine gute Geschichte braucht Reibereien, sonst wird es fad. Außerdem haben wir erkannt, dass gemeinsam einen Roman schreiben deutlich weniger Konfliktpotenzial hat, als der Zusammenbau eines Ikea–Kastens.

“Gemeinsam entsteht dadurch etwas, das keiner von uns allein genauso schreiben würde.”

Theresa Prammer

Was sind die Vorteile einer solchen engen Zusammenarbeit, was die Schwierigkeiten, und habt ihr auch neue Seiten aneinander entdeckt?

Der größte Vorteil ist, dass wir uns so gut kennen und ähnlich ticken, wenn es um die Arbeit geht. Wir haben den gleichen Humor, wollen beide, dass unsere Figuren absolut echt sind und knien uns rein, wenn eine Szene noch nicht funktioniert. Und wir ergänzen uns, Joseph ist ein Könner bei Pointen und Dialogen, es darf bei ihm nie fad werden. Ich schaue mehr auf Psychologie und Spannung. Gemeinsam entsteht dadurch etwas, das keiner von uns allein genauso schreiben würde. Die Schwierigkeit ist, Feierabend zu machen und nicht noch bis spät in die Nacht darüber zu reden, wer wen warum und wie umbringen soll. Und es gibt auch eine wirklich neue Seite, die wir aneinander entdeckt haben. Obwohl wir beide eher Nachteulen sind, haben wir doch einen völlig anderen Rhythmus, wenn es ums Schreiben geht. Das war uns vorher gar nicht so bewusst.

Wird es eine Fortsetzung eurer Kooperation geben?

Die gibt es bereits, wir haben wieder eine Krimikomödie geschrieben, dieses Mal als Theaterstück in unserem Sommertheater, den Komödienspielen Neulengbach. Ab 2. Juli geht es bei "Ein Mordsspaß" im Innenhof des Gerichtsgebäudes von Neulengbach auf das exklusive Kreuzfahrtschiff, die MS Charles. Als sie in See sticht, gerät die Reise rasch aus dem Ruder: Ein verschwundener Gewinnschein, ein falscher Toter, zwei Schwestern mit einem Geheimnis, ein verliebter Kapitän, blinde Passagiere und zwei merkwürdige Schiffsgäste sorgen für immer größere Missverständnisse. Und dann taucht auch noch eine echte Leiche auf, während ein Sturm im Bermuda–Dreieck aufzieht ...

In eurem "Hotel am Rande des Zusammenbruchs" wird’s durchaus blutig, doch der Schmäh kommt nicht zu kurz – wie schwer ist es, die Balance zu halten?

Diese Balance ist genau das, was wir am Geschichtenerzählen lieben – egal, ob zwischen zwei Buchdeckeln oder auf der Bühne. Man fiebert mit, es ist spannend, vielleicht sogar erschreckend, und im nächsten Moment muss man lachen. Um diese Balance bemühen wir uns immer und feilen so lange daran, bis sie sich richtig anfühlt.

Theresa und Joseph Prammer: Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs, Haymon Verlag.

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