Nach dem Out in der Gruppenphase 2018 und 2022 hat es für Deutschlands Fußball-Nationalteam auch bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada eine große Enttäuschung gegeben. Die DFB-Auswahl verlor am Montag im Sechzehntelfinale in Foxborough bei Boston einen Krimi im Elfmeterschießen gegen Paraguay mit 3:4. Nach regulärer Spielzeit und der Verlängerung war es vor 63.495 Zuschauern nach Toren von Julio Enciso (42.) bzw. Kai Havertz (54.) 1:1 gestanden.
Im Elfmeterschießen zeichnete sich Paraguays Tormann Orlando Gill bei den Schüssen von Havertz und Nick Woltemade aus, zudem setzte Jonathan Tah den Ball drüber. Aufseiten der Sieger fielen Fehlschüsse von Antonio Sanabria (daneben) und Fabian Balbuena (gehalten) nicht ins Gewicht, da Jose Canale als letzter Schütze die Nerven behielt. Damit gewannen die Südamerikaner erstmals seit dem Viertelfinaleinzug 2010 ein WM-K.o.-Spiel und bekommen es nun am 4. Juli im Achtelfinale in Philadelphia mit Topfavorit Frankreich oder Schweden zu tun. Für die Deutschen gab es im fünften Elferschießen auf WM-Ebene erstmals eine Niederlage.
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Enciso köpfelte ungedeckt ein
Die Deutschen hatten mit Stürmer Deniz Undav in der Startelf deutlich mehr Ballbesitz, konnten daraus vor der Pause aber überhaupt kein Kapital schlagen. Der Ball lief viel zu langsam, es mangelte an Ideen, so musste Gill vorerst kein einziges Mal eingreifen. Der Außenseiter konnte sich demgegenüber auch nur einmal offensiv in Szene setzen, das reichte allerdings für die Führung aus dem Nichts heraus. Eine Flanke infolge eines Corners wurde von Manuel Neuer nur kurz geklärt, kam über Umwege wieder in den Strafraum, wo der 22-jährige Straßburg-Stürmer Enciso aus acht Metern ungedeckt einköpfelte.
Deutschland gegen Paraguay
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Eine Ausgleichsmöglichkeit kam nur glücklich zustande, wurde doch eine Hereingabe von Felix Nmecha von Canale beinahe ins eigene Tor abgelenkt (45.+2). Die DFB-Auswahl konnte sich in den ersten Minuten nach Wiederbeginn nicht steigern, ungewöhnlich viele Passfehler prägten das Spiel und hätten auch beinahe zum raschen 0:2 geführt. Nach einem missglückten Kimmich-Rückpass konnte Neuer im Duell mit Enciso in höchster Not noch retten (50.). Die Deutschen nutzten auf der anderen Seite gleich ihre erste Möglichkeit. Eine Wirtz-Flanke verlängerte Havertz mit dem Hinterkopf genau ins Eck. Es war sein fünfter Treffer in seinen jüngsten fünf WM-Spielen, der dritte in diesem Turnier.
Zu früher Jubel über Siegestreffer
Danach lag ein zweiter deutscher Treffer eher in der Luft. Canale prüfte seinen eigenen Schlussmann mit einer Kopfballrückgabe infolge einer Sane-Flanke (74.). Gill hielt zudem einen Havertz-Kopfball aus kurzer Distanz gut (78.). Deshalb ging es in die Verlängerung, in der sich fast alles in der Hälfte von Paraguay abspielte. In der 102. Minute jubelte Deutschlands Jonathan Tah nach einem Brown-Eckball zu früh über den per Kopf erzielten Siegestreffer. Da Waldemar Anton zuvor Gill im Fünfer gestoßen hatte, wurde der Treffer nach Videostudium zurecht zurückgenommen. Den Matchball vergab Anton, der Gill aus vier Metern in die Hände köpfelte (119.).
Das rächte sich im Elfmeterschießen, in dem der Außenseiter die Nerven besser im Griff hatte. Auf DFB-Teamchef Julian Nagelsmann, dessen Team zum Gruppenabschluss auch schon gegen Ecuador (1:2) verloren hatte, wird nun noch mehr Kritik einprasseln.
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