Mo., 22.30 Uhr

Deutschland zittert vor Paraguay

Zwei Fußballspieler aus Deutschland und Paraguay vor einem Stadion mit WM-Pokal im Hintergrund.
© Getty
Erstmals seit zwölf Jahren bestreitet Deutschland wieder ein K.o.-Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.
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Die DFB-Auswahl ist am Montag (22.30 Uhr/live ORF 1) in Foxborough bei Boston gegen Paraguay klarer Favorit, aber auch vorgewarnt. Im letzten Gruppenspiel setzte es gegen Ecuador und damit einen südamerikanischen Gegner mit ähnlichen Attributen eine 1:2-Niederlage, die die Hochstimmung im deutschen Lager einbremste. Im Achtelfinale könnte Frankreich warten.

Deutschland, 2018 und 2022 jeweils blamabel in der Vorrunde gescheitert, ist als Gruppensieger aufgestiegen, aber ein einziger missratener Nachmittag hat gereicht, um die Grundstimmung wieder zu ändern. Nach davor elf Siegen in Serie warf die Niederlage gegen Ecuador die Frage nach der wahren Stärke der Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann auf. "Wir müssen die Dinge ansprechen, die wir nicht gut gemacht haben. Und dann müssen wir unsere Schlüsse daraus ziehen", sagte Kapitän Joshua Kimmich.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler trachtete danach, wieder Zuversicht auf das Weiterkommen zu verbreiten. "Der Glaube ist da", bekräftigte der 66-Jährige. "Jetzt geht die WM richtig los." Dass die Gemütslage durchaus als angespannt wahrgenommen wird, verdeutlichte ein Satz von Geschäftsführer Andreas Rettig in einem TV-Interview: "Wir wissen, dass wir nun das Messer am Hals haben in den K.o.-Spielen", erklärte es Rettig martialisch bei MagentaTV.

Paraguay steckte Auftaktniederlage weg

Paraguay ist eine Mannschaft, die sich ähnlich wie Ecuador über die Kampfkraft und eine starke Defensive definiert. Vom 1:4 zum Auftakt gegen die USA haben sich die Südamerikaner gut erholt und gegen die Türkei (1:0) und Australien (0:0) keinen weiteren Gegentreffer mehr zugelassen. "Es war echt schwer, das harte Ergebnis zu verarbeiten, aber trotzdem hat unser Team in den zwei Spielen danach richtig solide gespielt", sagte Teamchef Gustavo Alfaro, der auf den gesperrten Diego Gomez verzichten muss. Ob der am Knie verletzte Innenverteidiger Omar Alderete auflaufen kann, ist fraglich.

Als unlösbar empfinden die Medien in Paraguay die Aufgabe von "La Albirroja" nicht. "Obwohl der europäische Gigant mit seinen Toren eine beeindruckende Leistung abliefert, reist er nach der Niederlage gegen Ecuador angeschlagen an und beweist damit, dass er nicht unbesiegbar ist", schrieb das Portal abc. "Wir sind zurückgekehrt, um zu konkurrieren, und wir werden bis zum Ende kämpfen. Wir haben Paraguay auf die Weltbühne gebracht!", meldete sich Paraguays Kapitän Gustavo Gomez mit viel Pathos auf Instagram. "Es ist noch nicht vorbei."

In Deutschland sind auch Erinnerungen wach geworden. Auch 2002 war Paraguay der erste deutsche K.o.-Gegner. Im Achtelfinale in Südkorea gab es einen erst in der 88. Minute fixierten 1:0-Sieg. Gibt es auch diesmal einen Erfolg, geht es für Deutschland am 4. Juli in Philadelphia weiter. Im Achtelfinale wartet der Sieger der Partie zwischen Topfavorit Frankreich und Schweden.

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