Erst Schönbrunn, jetzt der Rathausplatz. Seit dem 20. Oktober steht im Ehrenhof des Schlosses eine 22 Meter hohe Fichte aus dem Wienerwald. Nur rund 20 Kilometer hat der Baum bis zu seinem Bestimmungsort zurückgelegt. Sein Gegenstück am Rathausplatz hat eine deutlich längere Reise hinter sich. In der Nacht auf Mittwoch ist dort eine 31 Meter hohe Hochgebirgsfichte aus Vorarlberg angekommen und in den frühen Morgenstunden aufgerichtet worden. Der Christbaum hat beeindruckende Ausmaße. Er ist mehr als 200 Jahre alt, bringt rund neun Tonnen auf die Waage und hat einen Stammdurchmesser von über 90 Zentimetern.
Von der Alpweide auf den Rathausplatz
Seine Wurzeln hat der Baum in der Gemeinde Damüls im Bregenzerwald. Dort ist er auf einer ehemaligen Alpweide in 1.350 Metern Seehöhe gewachsen. Der tiefgründige, gut mit Wasser versorgte Boden hat der Fichte über die Jahrhunderte ideale Bedingungen geboten. Typisch für die Hochgebirgsfichte sind ihre schräg nach unten hängenden Äste. Diese besondere Form ist eine natürliche Anpassung an die schneereichen Winter in den Bergen. Der Schnee kann dadurch leichter abrutschen, ohne dass die Äste unter der Last brechen.
Nach der langen Fahrt nach Wien braucht der Baum nun etwas Zeit, damit sich seine Äste wieder entfalten können. In den kommenden Tagen kümmern sich die Gärtner des Wiener Stadtgartenamts um den Feinschliff. Sie bringen die Fichte in Form und bessern kleinere Transportschäden aus. Anschließend bekommt der Christbaum seinen festlichen Schmuck. Rund 1.000 rote und goldene Kugeln sowie 2.000 Lichter sollen dafür sorgen, dass er pünktlich zur Eröffnung des Christkindlmarkts am 13. November in voller Pracht erstrahlt.
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Christbaum-Spende mit langer Tradition
Die Tradition rund um den Christbaum am Rathausplatz reicht bis ins Jahr 1959 zurück. Seither spendet jedes Jahr ein anderes österreichisches Bundesland den Baum, wobei die Reihenfolge festgelegt ist. Seit 1981 ist auch Südtirol mit dabei. Heuer ist nach neun Jahren wieder Vorarlberg an der Reihe. Der Brauch ist damit älter als der Wiener Christkindlmarkt, der erst seit 1975 am Rathausplatz stattfindet.
Christkindlmarkt öffnet am 13. November
Freitag, der 13., gilt eigentlich als Unglückstag. Für Weihnachtsfans dürfte er heuer aber ein Glückstag werden. Am 13. November startet der Wiener Christkindlmarkt mit insgesamt 96 Ständen in die neue Saison. Am Abend folgt die feierliche Illuminierung im Beisein von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Dabei erstrahlen neben dem großen Christbaum auch die Weihnachtswelt und der beliebte Herzerlbaum.
Eine Neuerung gibt es heuer ebenfalls. Der Christkindlmarkt wird erstmals als "ÖkoEvent PLUS" veranstaltet. Dafür gelten besonders strenge Umweltauflagen. So müssen die Stände unter anderem biologische, vegetarische und vegane Speisen anbieten. Auch regionale und saisonale Produkte spielen eine wichtige Rolle. Der nördliche Teil des Rathausparks verwandelt sich zudem in einen eigenen Kinderpark.
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