Fans wütend
ARD-Wirbel: Protestwelle nach Nuhrs Femizid-Witz
Auslöser des heftigen Shitstorms ist eine Sequenz aus der Ausstrahlung vom 18. Juni. Auf der Bühne äußerte sich Nuhr vor dem Publikum zu den jährlichen Statistiken von Gewaltverbrechen an Frauen: "Es gibt etwa 300 bis 350 Frauenmorde jedes Jahr und bitte, natürlich sind das 300 bis 350 zu viel, das ist doch keine Frage. Aber es gibt in Deutschland zig Millionen Männer, die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erstmal kennenlernt."
Diese Formulierung stieß in den sozialen Netzwerken rasch auf scharfe Ablehnung. Zahlreiche Userinnen und User sowie bekannte Netz-Persönlichkeiten meldeten sich zu Wort und warfen dem Komiker vor, Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen. Unter anderem reagierte die feministische Influencerin Josephine Schreiber mit deutlicher Kritik und bezichtigte Nuhr, den Opfern von partnerschaftlicher Gewalt indirekt eine Mitschuld zuzuweisen. Aus eigener Erfahrung berichtete sie, dass sich das wahre Gesicht eines gewalttätigen Partners oft erst viel später in einer Beziehung zeige und man dies beim ersten Kennenlernen nicht absehen könne.
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"Keine Pointe": Zuschauer fordern Konsequenzen von der ARD
"Es widert mich an, wie absolut privilegierte Menschen, die wahrscheinlich niemals in ihrem beschissenen Leben Gewalt erlebt haben, dort sitzen und sich darüber totlachen, dass mehrmals die Woche in Deutschland Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet werden", machte Schreiber ihrem Ärger Luft. Sie fügte hinzu: "Es wundert mich, dass menschliche Wesen wirklich derart wenig Empathie empfinden können." Auch aus der Unterhaltungsbranche gab es Gegenwind: Ballermann-Sängerin Mia Julia zeigte sich fassungslos und kommentierte den Auftritt mit den Worten: "Ich finde keine Worte dafür! Was macht er da 'Nuhr' und warum dreht ihm niemand das Mic ab?"
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Innerhalb kürzester Zeit sammelten sich tausende negative Kommentare im Netz. Viele Kritiker warfen dem Kabarettisten klassisches "Victim Blaming" – also eine Täter-Opfer-Umkehr – vor und hielten fest: "Tote Frauen sind keine Pointe".
Die Protestwelle richtet sich unterdessen nicht nur gegen den Künstler selbst, sondern auch direkt gegen die Rundfunkanstalt. In den Kommentarspalten rufen User dazu auf, offizielle Beschwerde-E-Mails an das Publikumsmanagement von "Das Erste" zu senden, da die Sendung unredigiert ausgestrahlt und in die Mediathek hochgeladen wurde. Weder Dieter Nuhr noch die verantwortliche ARD haben bis dato eine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben.
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