Krisentreffen

Apple und EU verhandeln um Siri KI

SHENZHEN, CHINA - JUNE 9: In this photo illustration, a person interacts with a smartphone displaying the Apple iOS 27 logo in front of a large iOS 27-themed background display on June 9, 2026 in Shenzhen, Guangdong Province, China. Apple unveiled iOS 27 during its Worldwide Developers Conference (WWDC) 2026, introducing updates focused on Apple Intelligence, enhancements to Siri, redesigned system apps and user interface improvements across the iPhone ecosystem. (Photo illustration by Cheng Xin/Getty Images)
© Getty Images
In den Streit zwischen der EU und Apple greift nun Tim Cook persönlich ein. Ein virtuelles Krisentreffen soll den vorzeitigen Start der Siri KI in Europa noch retten.
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Zwischen Tim Cook und der Tech-Verantwortlichen der EU, Henna Virkkunen, sollen die Gespräche "konstruktiv" gewesen sein, wie mehrere Medien berichten. Bei dem Treffen verhandelte Apple mit der EU um die Vorgaben des Digital Markets Act und der Siri KI.

Denn: Vor wenigen Wochen kündigte der Tech-Riese bei der WWDC an, dass Apple die Siri KI voraussichtlich in diesem Jahr nicht mehr in der EU veröffentlicht wird. Für beide Parteien ist die Situation unpassend. Die EU möchte, dass ihre bestehenden Regulierungen eingehalten werden, während Apple für ihre neue KI mehr iPhones auf den Markt bringen muss.

Apple mit klaren Schuldigen

Der Tech-Riese hat für die Situation einen klaren Schuldigen: "In den vergangenen Monaten haben die EU-Regulierungsbehörden keinen der von Apple vorgeschlagenen Lösungsansätze akzeptiert, mit denen Siri AI in der EU eingeführt und gleichzeitig die sichere Unterstützung anderer virtueller Assistenten gewährleistet werden sollte."

Apple bot schon einen Lösungsvorschlag. Mit dem "Trusted System Agent" soll "eine Zwischeninstanz, die es virtuellen Assistenten ermöglichen würde, auf dieselben Funktionen und Fähigkeiten wie Siri AI für Geräte in der EU sicher zuzugreifen", um den Digital Markets Act der EU zu erfüllen.

EU wehrt sich gegen Apple

In ihrem Statement erklärte das Unternehmen, man habe eine 18-monatige Übergangsphase vorgeschlagen. Damit könnte die Siri KI direkt verfügbar sein, während Apple den  Trusted System Agent schrittweise einführt. Die Europäische Kommission habe diesem Plan aber einen Riegel vorgeschoben.

EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier wehrte sich gegen die Vorwürfe und reagierte einen Tag später, um "die Dinge geradezurücken". Laut Regnier war Apple nicht in der Lage, Interoperabilitätslösungen zu entwickeln, die den grundlegenden Datenschutz- und Sicherheitsstandards der EU entsprechen. Aus diesem Grund gab es bisher keine Einigung.

"Konstruktiver Austausch"

Wie die "Financial Times" berichtet, will nun Apple-Chef Tim Cook höchstpersönlich das Dilemma lösen. Ein EU-Sprecher berichtet, dass das Treffen ein "konstruktiver Austausch über Themen von gemeinsamem Interesse" war. Allerdings müsse an diesen Themen weitergearbeitet werden.

"Financial Times" zitiert zwei mit den Gesprächen vertraute Personen. Sie erklären, dass es bei dem Treffen darum ging, wie Apple die neue Siri KI in Europa veröffentlichen kann. Der Tech-Riese ist besorgt, dass einige Funktionen vielleicht Millionenstrafen wegen Verstößen gegen die zentralen Wettbewerbsregeln der EU nach sich ziehen könnten. Das wollen sie vermeiden.

Das Gespräch lieferte kein richtiges Ergebnis. Trotzdem kann das Treffen positiv bewertet werden. Apple-Fans können hoffen, dass die neue Siri KI mit der kommenden iOS-Version auch in der EU veröffentlicht wird.

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