Der erfolgreiche Petrijünger Ash Hegarty, ein Unternehmer aus dem englischen Blackburn, verbrachte gemeinsam mit seinem Bruder Nigel mehrere Tage am Euro-Aqua-See nahe Nemesvita beim Plattensee. Das ungarische Gewässer ist in der Szene seit Jahren dafür bekannt, kapitale Fische hervorzubringen. Bereits im November 2018 sorgte dort ein Karpfen mit einem Gewicht von 51,2 Kilogramm für internationale Schlagzeilen. Hegartys aktueller Fang übertrifft diese Marke um rund 800 Gramm.
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Für den erfahrenen Angler war der Trip von akribischer Vorbereitung geprägt. Insgesamt setzte Hegarty am Ufer sechs Angelruten gleichzeitig ein, um die Chancen auf einen Ausnahmefisch zu maximieren. Als Köder kamen dabei klassische Maden sowie speziell aromatisierte Futterkugeln, sogenannte Boilies, zum Einsatz.
Elektronischer Bissanzeiger schlug am Abend an
Nachdem in den vorangegangenen Tagen bereits mehrere beachtliche Fische gelandet werden konnten, erfolgte der entscheidende Biss zur Abendstunde:
- Der Zeitpunkt: Gegen 19.00 Uhr ertönte plötzlich der elektronische Bissanzeiger am Ufer.
- Die Alarmierung: Das Gerät gab zwei deutliche Signaltöne ab, gerade als sich Hegarty für eine kurze Pause hinlegen wollte.
- Der Drill: An der Schnur entwickelte sich sofort ein massiver Zug – das Tier zog mit enormer Wucht wie eine Dampflokomotive durch das Wasser.
- Die Landung: Erst nach einem kräfteraubenden Kampf konnte der Fisch vorsichtig über den Unterfangkescher geführt werden.
Im Moment des Triumphs rief Hegarty einem anwesenden Freund am Ufer erstaunt zu: "Kumpel, ich habe buchstäblich einen Autoreifen in meinem Kescher." Das Tier konnte kaum aus dem Wasser gehoben werden, so wuchtig präsentierte sich der Rumpf des Schuppenkarpfens.
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Berühmter Riesenfisch trägt den Namen Angelina
Wie sich bei der Begutachtung herausstellte, handelte es sich bei dem Tier um eine alte Bekannte der ungarischen Anlage:
- Name des Fisches: Der Riesenkarpfen wird am See liebevoll "Angelina" genannt.
- Entwicklung: Das Tier wurde bereits bei früheren Fängen registriert, legte in der Zwischenzeit jedoch massiv an Gewicht zu.
- Schonender Umgang: Unmittelbar nach der Dokumentation auf der Waage und kurzen Erinnerungsfotos wurde Angelina behutsam ins Wasser zurückgesetzt.
- Zustand beim Release: Laut Angaben der Fischer schwamm der Ausnahmefisch gesund, kräftig und völlig fit wieder in die Tiefe des Sees.
Hinter dem Fang steht für Hegarty zudem eine tiefgreifende persönliche Bindung. Das Handwerk des Fischens erlernten die beiden Brüder von ihrem bereits verstorbenen Vater. Ausgerechnet an jener Rute, an der die Rekordkarpfen-Dame anbiss, war ein Schlüsselanhänger mit dem einzigen gemeinsamen Foto des Vaters und Hegartys eigenem Sohn befestigt.
Warum der Rekord offiziell umstritten bleibt
Trotz des gewaltigen Gewichts von 52 Kilogramm wird der Fang voraussichtlich keinen Eintrag in das offizielle Rekordbuch der International Game Fish Association (IGFA) finden. Der Grund dafür liegt im Status des Gewässers:
- Privater Paylake: Beim Euro-Aqua-See handelt es sich um ein kommerziell betriebenes Privatgewässer, für dessen Befischung eine Gebühr entrichtet werden muss.
- Szenediskussionen: Fänge aus solchen Gewässern werden unter Sportfischern immer wieder kontrovers diskutiert und von Verbänden oft nicht anerkannt.
- Internationale Vergleiche: Erst vor wenigen Tagen sorgte ein anderer Rekord für Staunen, als bei einem Turnier im polnischen Rybnik der längste Wels der Welt mit offiziell bestätigten 2,92 Metern gefangen wurde.
Für Hegarty selbst schmälert das Fehlen eines offiziellen Zertifikats das Erlebnis keineswegs. Er hält fest, dass der Wert des Erlebnisses weit über Zahlen hinausgeht und einen unvergesslichen Meilenstein seiner lebenslangen Leidenschaft darstellt.
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