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Amazon-Report: KMU exportieren auf Rekordniveau

© Maximilian Lottmann
Heimische Klein- und Mittelbetriebe erzielten 2025 über Amazon Exportumsätze von 642 Millionen Euro. Vor allem der EU-Binnenmarkt treibt das Wachstum, während Unternehmen vor neuen Hürden warnen.
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Digitale Exporte trotzen schwacher Konjunktur

Während Österreichs Gesamtexporte 2025 laut Statistik Austria um 0,5 Prozent auf 190,14 Milliarden Euro zurückgingen, verzeichneten heimische Klein- und Mittelunternehmen (KMU) auf Amazon ein Rekordjahr. Das geht aus dem aktuellen KMU Impact Report des Unternehmens hervor. Demnach erzielten österreichische Verkaufspartner Exportumsätze von 642 Millionen Euro. Allein innerhalb der Europäischen Union wurden Waren im Wert von 533 Millionen Euro verkauft – das entspricht rund 83 Prozent des gesamten Exportvolumens.

Der europäische Binnenmarkt bleibt damit die wichtigste Wachstumsregion für österreichische Unternehmen. Zu den bedeutendsten Absatzmärkten zählen Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich. Auch die USA gehören weiterhin zu den wichtigsten Exportdestinationen.

Forderung nach weniger Bürokratie

© Hersteller

Trotz der positiven Entwicklung sehen Unternehmen und Interessenvertreter weiterhin erhebliche Hürden im grenzüberschreitenden Handel. Als Herausforderungen werden unterschiedliche Umsatzsteuersysteme sowie nationale Regulierungen innerhalb der EU genannt.
Yorck von Mirbach von Amazon fordert daher einen stärker harmonisierten europäischen Rahmen. Zusätzliche nationale Regelungen würden insbesondere kleinere Unternehmen belasten und Wachstumspotenziale einschränken. Der E-Commerce sichere in Österreich laut einer Studie von EcoAustria rund 250.000 Arbeitsplätze und leiste einen gesamtwirtschaftlichen Beitrag von 13,1 Milliarden Euro.
Auch die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich warnt vor zusätzlichen Belastungen. Geschäftsführerin Iris Thalbauer verweist auf die Bedeutung digitaler Vertriebskanäle für exportorientierte Betriebe. Neue Abgaben wie die diskutierte Paketsteuer könnten insbesondere innovative KMU treffen, die internationale Märkte erschließen wollen.

Starke Regionen außerhalb Wiens

Mehr als drei Viertel aller österreichischen Amazon-Verkaufspartner haben ihren Sitz außerhalb Wiens. Gemeinsam erwirtschafteten sie Exportumsätze von mehr als 440 Millionen Euro. Ein Großteil davon stammt aus ländlichen Regionen, die auf über 350 Millionen Euro kamen.
Den höchsten Exportumsatz erzielten Wiener Unternehmen mit 198 Millionen Euro, was einem Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf Platz zwei folgt die Steiermark mit 90 Millionen Euro Exportumsatz. Dort wurden rund eine Million Produkte verkauft. Oberösterreich erreichte 84 Millionen Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Burgenland mit einem Plus von 42 Prozent auf zehn Millionen Euro. Die Steiermark legte um 30 Prozent zu, Niederösterreich um 21 Prozent. Rückgänge gab es hingegen in Kärnten und Tirol.

Vom Start-up zum Exporterfolg

Der Bericht zeigt auch die Vielfalt österreichischer Unternehmen auf der Plattform. Zu den bekanntesten Erfolgsbeispielen zählt das Wiener Unternehmen waterdrop. Das ursprünglich als Start-up gegründete Unternehmen ist inzwischen über Amazon in zwölf Ländern vertreten und verzeichnete auch 2025 zweistellige Wachstumsraten.
Weitere Erfolgsgeschichten kommen aus den Bundesländern: Der niederösterreichische Yogaausstatter Yosana konnte seinen Umsatz mehr als verdoppeln. Das Tiroler Lighting-Start-up Mato erreichte innerhalb kurzer Zeit mehr als 50.000 Kunden. Das Salzburger Unternehmen Glory Boards erzielte bereits vor dem Aufbau eines eigenen Webshops sechsstellige Umsätze über Amazon. Auch der niederösterreichische Spielwarenhersteller Bioblo setzte seinen Wachstumskurs fort.

Investitionen und Gebührenentlastung

Amazon investierte nach eigenen Angaben 2025 mehr als 265 Millionen Euro in Österreich. Das Geld floss unter anderem in Infrastruktur, Logistik sowie Löhne und Gehälter. Seit 2016 summieren sich die Investitionen auf rund eine Milliarde Euro.
Zudem kündigte das Unternehmen Anfang 2026 eine umfangreiche Senkung der Gebühren für Verkaufspartner in Europa an. Anpassungen bei Vermittlungsgebühren und beim Programm "Versand durch Amazon" sollen die Kosten pro verkauftem Artikel im Durchschnitt um 17 Cent reduzieren. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sollen davon profitieren.
Besonders dynamisch entwickelten sich 2025 gemessen am Exportwachstum gegenüber dem Vorjahr:
· Burgenland: 10 Mio. Euro, +42 %
· Steiermark: 90 Mio. Euro, +30 %
· Niederösterreich: 78 Mio. Euro, +21 %
· Vorarlberg: 36 Mio. Euro, +16 %
· Salzburg: 61 Mio. Euro, +11 %
· Wien: 198 Mio. Euro, +7 %
· Oberösterreich: 84 Mio. Euro, +1 %
Rückläufig waren die Exportumsätze in Kärnten (18 Mio. Euro, -25 %) und Tirol (67 Mio.Euro, -13 %).

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