Bundesliga

2:2 – Sturm rettet zu zehnt Last-Minute-Punkt gegen Ried

Fußballspieler von Sturm Graz jubeln nach einem Tor, andere Spieler im Hintergrund.
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Rot, Elfmeter und ein Last-Minute-Tor: Sturm verspielt gegen Ried die Führung, schlägt aber in Unterzahl zurück. Beganovic verhindert einen historischen Rieder Sieg.
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Was für eine verrückte Schlussphase in Graz. Sturm rettet gegen die SV Ried in Unterzahl noch ein 2:2. Belmin Beganovic traf in der 92. Minute zum umjubelten Ausgleich und verhinderte damit den ersten Rieder Auswärtssieg bei Sturm seit 16 Jahren. Dabei hatten die Grazer die Partie lange im Griff. Simon Seidl brachte Sturm in Führung (31.), ehe Arjan Malic mit einer Tätlichkeit und Hödl mit einem Handelfmeter die Wende einleiteten. Philipp Pomer glich aus (45.+5), Isaac Kiese Thelin drehte die Partie (55.). Doch Sturm hatte das letzte Wort.

Sturm dominiert – Seidl schlägt zu

Dabei deutete zunächst wenig auf einen derart turbulenten Nachmittag hin. Sturm begann druckvoll, schnürte Ried regelrecht ein und hatte nach elf Minuten bereits 80 Prozent Ballbesitz.

Schon in der vierten Minute musste Ried-Keeper Andreas Leitner zweimal retten. Zunächst parierte er gegen Diakite, anschließend vereitelte er auch den Nachschuss von Hödl. Koller köpfelte wenig später über das Tor (9.).

In der 31. Minute belohnten sich die Grazer. Nach einer zunächst geklärten Ecke kam der Ball zurück in den Strafraum. Seidl drehte sich rechts im Sechzehner und schob ins lange Eck zum 1:0 ein.

Für den 24-Jährigen war es der erste Bundesliga-Treffer der Saison und bereits die neunte Torbeteiligung im zehnten Ligaspiel. Zuvor hatte er acht Assists geliefert.

Zwei Minuten, die alles veränderten

Sturm kontrollierte das Spiel, Ried kam offensiv kaum zur Geltung. Doch unmittelbar vor der Pause verlor Malic die Nerven. Der Verteidiger schlug Rieds Rhodes beim Vorbeilaufen mit dem Ellbogen. Nach VAR-Eingriff und Kontrolle am Bildschirm zeigte Schiedsrichter Safak Barmaksiz dem Grazer wegen Tätlichkeit Rot (45.+2).

Damit nicht genug. Nur Augenblicke später beging Hödl im eigenen Strafraum ein Handspiel. Barmaksiz entschied auf Elfmeter, Philipp Pomer verwandelte zum 1:1 (45.+5). Sturms verdiente Führung war noch vor dem Pausenpfiff dahin.

Kiese Thelin dreht die Partie

Nach dem Seitenwechsel musste Sturm seine Spielweise umstellen. Die Grazer überließen Ried mehr Ballbesitz und versuchten, über Konter gefährlich zu werden.

Doch die Gäste nutzten ihren zusätzlichen Mann. Fabian Rossdorfer brachte den Ball von rechts in den Strafraum, Isaac Kiese Thelin stieg hoch und köpfelte zur 2:1-Führung ein (55.).

Sturm versuchte zu antworten, fand in Unterzahl aber zunächst kaum noch Zugriff. In der 61. Minute wollte Koller mit einem langen Ball Diakite in Szene setzen, doch Leitner war rechtzeitig zur Stelle.

In der 69. Minute hatte Ried die Vorentscheidung auf dem Fuß. Stefan Schwab setzte sich über rechts durch und legte für Kiese Thelin auf. Der Schwede schlenzte den Ball Richtung langes Eck, doch Sturm-Keeper Ammar Helac streckte sich und verhinderte mit einer starken Parade das 1:3.

Beganovic rettet Sturm in letzter Minute

Sturm stemmte sich gegen die Niederlage, fand gegen die zunehmend spielbestimmenden Rieder aber kaum ein Durchkommen. Gorenc Stankovic brachte den Ball nach einer Ecke per Kopf nicht entscheidend aufs Tor (73.), ein Distanzschuss des 17-jährigen Weinhandl landete in den Armen von Keeper Leitner (76.). Auch Wlodarczyk stand bei einem Angriff im Abseits (82.).

Auf der Gegenseite verhinderte Quarshie eine weitere Rieder Chance gegen Aisowieren (84.) und musste danach behandelt werden. Die Innviertler standen unmittelbar vor ihrem vierten Ligasieg in Serie – und dem ersten Auswärtserfolg bei Sturm seit 16 Jahren. Zuletzt hatten sie am 16. Oktober 2010 unter Paul Gludovatz in Graz gewonnen.

Doch dann kam die 92. Minute. Halwachs spielte auf Hödl, der sich auf der linken Seite durchsetzte und den Ball am Fünfer querlegte. Dort stand ausgerechnet Ex-Rieder Belmin Beganovic, der nicht lange fackelte und das Leder mit links unter die Querlatte jagte. Das 2:2, Sturm war in Unterzahl zurück.

Wie dringend die Grazer sogar noch auf den nächsten Treffer aus waren, zeigte Wlodarczyk. Der Stürmer wollte nach dem Ausgleich den Ball schnell zurückholen, riss dabei einen Gegenspieler um und kassierte Gelb (90.+2).

Für Ried blieb statt des historischen Auswärtssiegs nur das Remis. Die 16-jährige Durststrecke in Graz geht weiter.

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