Wien. „Landesliga und Bundesliga“ seien „zwei sehr unterschiedliche Spielfelder“, sagten Vertraute von Kanzler Karl Nehammer gleich zum Start des neuen Gesundheitsminister Johannes Rauch. Im Unterschied zu ihren Matches mit Ex-Gesundheitsminister Anschober schaute die Bundes-ÖVP diesmal nur erste Reihe fußfrei zu, wie Rauch in Rekordzeit ausrutschte.
Klar war nur, dass die ÖVP auf die Reduzierung der Gratistests per Ende März drängte. Rauchs Vorgänger Wolfgang Mückstein wollte diese sogar zur Gänze streichen. Auch die Öffnungen hatte Rauch von Mückstein und Nehammer geerbt. Der Haken, beschreibt ein grüner Insider: Rauch habe „das alles mitgetragen, ohne sich mit Spitälern oder Ländern wirklich auszutauschen“. Und selbst den Ärger der GECKO-Experten – das Gremium ist im BKA angesiedelt – auf sich gezogen. Erst am Freitagvormittag telefonierte Rauch die Landesspitäler durch, um die Quarantäne für infiziertes Personal zu kippen. Dafür erntete er dort großteils Entsetzen für diese Idee.
Mindestens zwei ÖVP-Länderchefs klärten indes Nehammer auf, dass sie wieder die Maske einführen würden. Etwas, das Rauch vergangene Woche noch klar abgelehnt hatte, während Grün-Vizekanzler Werner Kogler lieber auf Experten hören wollte. Ob Rauch wohl von den vielen Fehlern seiner ersten zwei Wochen im Amt etwas gelernt hat?
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