Kapitän verhaftet

Mehrere Tote bei Fähren- Drama vor Zypern

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Vor der Küste Nordzyperns ist eine Fähre mit 267 Menschen an Bord gekentert und später vollständig gesunken. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben, zahlreiche weitere wurden gerettet.
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Die Katamaran-Fähre war am Sonntag kurz vor Mittag von Kyrenia (Girne) in Richtung der türkischen Hafenstadt Taşucu aufgebrochen. Nur rund 15 Minuten nach dem Start soll das Schiff zwischen zwei und vier Seemeilen vor der Küste Wasser aufgenommen haben.

Die See war zu diesem Zeitpunkt offenbar unruhiger, als zunächst erwartet. Rettungskräfte eilten zum Unglücksort, während sich zahlreiche Passagiere mit Rettungswesten auf den umgedrehten Rumpf retten konnten.

Inzwischen ist die Lage noch dramatischer: Die Fähre ist vollständig gesunken. Laut einem örtlichen Verantwortlichen liegt das Schiff nun in rund 514 Metern Tiefe.

Mehrere Rettungsboote, Schiffe und ein Hubschrauber bei einer Such- und Rettungsaktion auf dem Meer.
© APA/AFP/JEWEL SAMAD

Mindestens acht Tote

An Bord befanden sich nach Angaben der Behörden insgesamt 267 Menschen – 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Rund 100 Menschen konnten zunächst an Land gebracht werden. Insgesamt wurden zuletzt 237 Menschen gerettet, während weiterhin nach Vermissten gesucht wird.

Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf mindestens acht. Zuvor hatten die nordzyprischen Behörden von sieben Toten gesprochen. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern läuft weiter.

Kapitän und sieben weitere Personen festgenommen

Nach dem Unglück hat die Polizei inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Der Kapitän der Fähre sowie sieben weitere Personen wurden festgenommen. Gegen sie wird im Zusammenhang mit dem Untergang des Schiffes ermittelt.

Die genaue Ursache des Unglücks ist weiterhin unklar. Es wird untersucht, warum die Fähre so kurz nach dem Auslaufen Wasser aufnahm und schließlich kenterte.

Rettungskräfte kämpfen um Vermisste

Mehrere Boote der Küstenwache und Rettungshubschrauber waren an der groß angelegten Such- und Rettungsaktion beteiligt. Auch private Boote halfen bei der Bergung der Passagiere. Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Die Rettungskräfte suchen weiterhin nach Menschen, die nach dem Untergang als vermisst gelten. Der Bürgermeister von Kyrenia, Murat Senkul, bezeichnete die Situation als "sehr ernst".

Auch die türkische Regierung unterstützt die Rettungsaktion. Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und erklärte, die Türkei koordiniere ihre Hilfe mit den Behörden Nordzyperns.

Die Ursache des Fährunglücks ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Zypern ist seit Jahrzehnten geteilt

Das Unglück ereignete sich vor dem von der Türkischen Republik Nordzypern kontrollierten Teil der Insel.

Zypern ist seit 1974 faktisch geteilt. 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die international nur von der Türkei anerkannt wird. Die Europäische Union nahm Zypern 2004 als Ganzes in die EU auf.

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