Fiaker
Drei Verletzte Fiaker-Unfall: Wie gefährlich sind Pferde im Verkehr?
Warum führen Pferde im Verkehr zu Unfällen?
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Nach ersten Angaben der Polizei scheuten die eingespannten Pferde plötzlich im Bereich einer Kreuzung und gingen durch. Der Kutscher wurde dabei besonders getroffen. Er verlor die Kontrolle über das Gespann, wurde vom Kutschbock geschleudert und anschließend von der Kutsche erfasst. Auch zwei Fahrgäste erlitten Verletzungen und mussten medizinisch behandelt werden. Die Pferde liefen zunächst unkontrolliert weiter, bevor sie schließlich gestoppt werden konnten.
Die genaue Ursache des Scheuens ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Laut ersten Einschätzungen könnte ein plötzliches lautes oder hektisches Verkehrsgeschehen, etwa durch einen Lastwagen oder andere Verkehrsteilnehmer, eine Rolle gespielt haben.
Pferde im Stadtverkehr - ein Sicherheitsrisiko?
Der Vorfall rückt erneut die Diskussion um den Fiakerbetrieb in Wien in den Fokus. Kritiker weisen seit Jahren auf mögliche Probleme hin, insbesondere auf die Belastung der Pferde im dichten Stadtverkehr mit Lärm, Hitze, Verkehrsdichte und unvorhersehbaren Reizen. Auch die Frage der Sicherheit wird immer wieder diskutiert, da scheuende Pferde in engen Straßen schnell zu gefährlichen Situationen führen können.
Pferde sind Fluchttiere mit einem sehr sensiblen Nervensystem. Sie reagieren schnell auf Geräusche, Bewegungen und ungewohnte Situationen und versuchen in Stressmomenten instinktiv zu fliehen. Gleichzeitig sind sie Herdentiere und orientieren sich stark an vertrauter Umgebung und Sicherheit. Besonders in lauter und unübersichtlicher Umgebung können sie dadurch leicht überfordert sein.
Fiakerbetrieb hat strukturelles Problem
Im Fiakerbetrieb in einer Großstadt wie Wien treffen diese Eigenschaften auf einen sehr reizintensiven Alltag. Lärm, dichter Verkehr, hupende Autos, Straßenbahnen und viele Menschen sorgen für eine dauerhafte Reizüberflutung. Plötzliche Geräusche oder unvorhersehbare Situationen können dazu führen, dass Pferde erschrecken und im Extremfall durchgehen.
Hinzu kommt die körperliche Belastung durch lange Standzeiten, Hitze im Sommer und das Ziehen der Kutsche im dichten Verkehr. Wenn Pferde in Panik geraten, kann das schnell gefährlich werden, da eine schwere Kutsche nur schwer zu kontrollieren ist und hohe Kräfte entwickelt.
Kritiker sehen deshalb im Fiakerbetrieb ein strukturelles Problem: Selbst bei guter Pflege bleibt die Kombination aus Fluchttier und Stadtverkehr eine Belastung mit erhöhtem Unfallrisiko.
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